Die erste E-Klasse: Der Mercedes W 124 wird 25 Jahre alt
Ob als Limousine, Kombi, Coupé oder Cabrio: Noch heute gehört die Mercedes-Baureihe 124 zum alltäglichen Straßenbild. Dabei kann die Mittelklasse bereits auf eine 25-jährige Geschichte zurückblicken
- rhi
Stuttgart, 27. Oktober 2009 – Für viele stellt die Baureihe W 124 den letzten "richtigen Mercedes" dar. Noch heute, 25 Jahre nach ihrem Debüt, sind die Fahrzeuge im Einsatz: Ob als Arbeitspferde im Taxi-Gewerbe oder als top-gepflegtes Coupé oder Cabrio – und das nicht selten in erster Hand. Dabei war die Baureihe, für die Mercedes im Rahmen einer Modellpflege erstmals den Begriff E-Klasse verwandte, nach ihrem Marktstart keineswegs unumstritten.
Durchdachte LinienfĂĽhrung
Erstmals offiziell vorgestellt wird der W 124 Ende November 1984 im spanischen Sevilla. Dort zeigt Mercedes die neue Limousine der oberen Mittelklasse. Die Motorenpalette reicht zunächst vom 200 D mit vier Zylindern und mageren 72 PS bis zum 300 E mit sechs Zylindern und 179 PS. In Design und Technik übernimmt die Baureihe Elemente des zwei Jahre zuvor präsentierten 190ers. So wurde das Design betont windschlüpfig gestaltet, mit einem cW-Wert von bis zu 0,29 unterbietet der neue Benz seinen Vorgänger W 123 deutlich. Doch im Gegensatz zu diesem ist der 124er betont nüchtern und funktional gestaltet. Große Plastikstoßfänger und kein Chrom: ein Schock für die Traditionalisten. In die Kritik gerät auch der hubgesteuerte Einarm-Scheibenwischer, der zwar 86 Prozent der Frontscheibe säubert, aber zu Schlierenbildung neigt. Noch härter treffen Mercedes jedoch die Proteste erzürnter Taxifahrer, die Qualitätsmängel beanstanden. Diese Startschwierigkeiten bekommt man jedoch nach und nach in den Griff, zügig geht es an den Ausbau der Modellpalette.
Die erste E-Klasse: Der Mercedes W 124 wird 25 Jahre alt (19 Bilder)

Chrom-Verzicht: Das Mercedes W 124 Coupé (vorne) und seine Vorgänger
Nie dagewesene Variantenvielfalt
Auf der IAA steht im September 1985 in Frankfurt das T-Modell vor, welches viele Fans für den schönsten Mercedes-Kombi aller Zeiten halten. Auf dem Genfer Salon im März 1987 debütiert das Coupé, welches zunächst nur als 230 CE und 300 CE angeboten wird, einen Diesel gibt es für den Zweitürer nie. Durch eine Veränderung der Bodengruppe wird der Radstand um 8,5 Zentimeter verkürzt. Erstmals gibt es zudem ein Allradsystem in einer Mercedes-Limousine zu kaufen. Für immense 12.000 DM Aufpreis ist der automatisch zuschaltende Vierradantrieb 4matic an Bord. Wie schon beim Vorgänger liefert Mercedes auch vom W 124 Fahrgestelle mit Teilkarosserie an Aufbauhersteller. Dort entstehen unter anderem Bestattungsfahrzeuge und Krankenwagen. Ab 1989 bietet Mercedes selbst den vielleicht skurrilsten W 124 an: eine sechstürige Limousine mit 80 Zentimeter mehr Radstand.