Ford favorisiert chinesische Geely bei Volvo-Übernahme
- Sven-Olaf Suhl
Beim geplanten Verkauf des schwedischen Autobauers Volvo hat der chinesische Hersteller Geely jetzt auch offiziell die besten Karten. Volvos Mutterkonzern Ford bestätigte am 28. Oktober ein Kaufangebot aus China und bezeichnete Geely als "bevorzugten Bieter" bei weiteren Verhandlungen. In Schweden wurden die seit Monaten kursierenden Gerüchte über Geely als neuen Eigner überwiegend skeptisch aufgenommen.
Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen, teilte Ford am Konzernsitz in Dearborn im US-Staat Michigan mit. "Wir haben keine bestimmte Frist für den Abschluss der Gespräche", sagte Ford-Finanzchef Lewis Booth. Neben Geely hatten im Sommer ein US-Konsortium "Crown" sowie ein unter dem Namen "Jakob" firmierendes Schweden-Konsortium Kaufinteressen angemeldet. Booth meinte: "Wir meinen, dass Geely das nötige Potenzial als künftiger Volvo-Eigner hat, um das Unternehmen weiterzubringen und gleichzeitig dessen Unabhängigkeit als schwedische Marke zu bewahren."
Ford teilte erstmals mit, dass die bisherige Mutter bei einem Verkauf keine Anteile an Volvo behalten will. Der derzeitige Chef bei dem schwedischen Autobauer, Stephen Odell, meinte zu dem Bescheid aus den USA: "Wir begrüßen das als positiven Schritt nach vorn." Sprecher der schwedischen Metall-Gewerkschaft äußerten sich zurückhaltend oder skeptisch.
Ford kämpft mit Milliardenverlusten und hatte Volvo im letzten Dezember zum Verkauf gestellt . Die Höhe des chinesischen Angebotes wurde nicht mitgeteilt. Im Frühjahr verlautete inoffiziell aus den USA, dass Ford von einem Preis zwischen einer und zwei Milliarden US-Dollar (derzeit 677 Millionen bis 1,4 Milliarden Euro) ausgehe. Die Auftrags- und Ertragslage hat sich seitdem sowohl für Ford wie für Volvo wieder spürbar gebessert. Beim eigenen Einstieg 1999 hatte das US-Unternehmen noch fast das Fünffache für die schwedische Tochter gezahlt. (dpa) /
(ssu)