Zweiter Infomatec-Prozess: Angeklagte schweigen weiter

Die Staatsanwaltschaft wirft den Ex-Infomatec-Managern vor, den Kurs der Infomatec-Aktie durch falsche Ad-hoc-Mitteilungen von 27 Euro auf ĂĽber 290 Euro getrieben zu haben.

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  • dpa

Die angeklagten Ex-Manager des Neue-Markt-Unternehmens Infomatec schweigen weiter. Auch beim zweiten Anlauf der Hauptverhandlung am Montag vor dem Landgericht Augsburg nahmen Gerhard Harlos und Alexander Häfele zu den Vorwürfen des Kapitalanlage- und Kursbetrugs sowie Insiderhandels nicht Stellung. Der erste Prozess war vor fünf Monaten nach drei Verhandlungstagen aus formalen Gründen geplatzt.

Die Staatsanwaltschaft warf Harlos und Häfele auch beim zweiten Prozessauftakt vor, zunächst den Kurs der Infomatec-Aktie durch falsche Ad-hoc-Mitteilungen von 27 Euro auf über 290 Euro getrieben zu haben. Durch den Verkauf eigener Aktienpakete hätten sie dann je rund 15 Millionen Euro erzielt, bevor die Aktie dramatisch abstürzte. Der dadurch entstandene Gesamtschaden bei den Anlegern wird auf rund 250 Millionen Euro geschätzt.

Die Verteidigung wies die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft gegen die beiden Angeklagten zurück. Sie beantragte die Einstellung des Verfahrens gegen Harlos und Häfele wegen Kursmanipulation und Kapitalanlagebetrugs. Diese Tatvorwürfe seien aus Sicht der Verteidigung bereits verjährt. Auch Bereicherung und Insiderhandel könnten den Angeklagten nicht angelastet werden. Das Gericht vertagte eine Entscheidung über den Verjährungsantrag auf Donnerstag. (dpa) / (jk)