Ex-Siemens-Sparte SEN plant Zukäufe

Für den SEN-Chef Mark Stone ist es wichtig, in neue Regionen vorzustoßen, Technik hinzuzukaufen und neue Vertriebskanäle zu bekommen. Daher führe sein Unternehmen viele Gespräche über Akquisitionen.

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  • dpa

Nach der Loslösung vom Elektrokonzern Siemens fasst der Telefonanlagen-Hersteller SEN unter seinen neuen Besitzern Zukäufe ins Auge. "Wir führen viele Gespräche über Akquisitionen", sagte Mark Stone, der seit Sommer amtierende SEN-Chef, dem Handelsblatt. Einerseits gehe es darum, in neue Regionen vorzustoßen, andererseits sei SEN auch daran interessiert, wichtige Technik oder zusätzliche Vertriebskanäle zu bekommen.

Der Finanzinvestor The Gores Group hatte die Mehrheit an SEN nach einer langen Käufersuche im Herbst 2008 von Siemens übernommen. Damals hatte der Finanzinvestor versprochen, das Steuer schnell herumzureißen. Die Wirtschaftskrise machte dies jedoch schwierig: Der Umsatz sei in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr um 14 Prozent gefallen, so Stone. Damit müssten die Erlöse bei ungefähr 2,8 Milliarden Euro liegen. Der Markt ist nach Angaben des Managers jedoch um bis zu 24 Prozent eingebrochen. Dies zeige, dass SEN Marktanteile gewonnen habe, sagte Stone.

Im Schlussquartal ist es seinen Angaben zufolge aber schon wieder bergauf gegangen. "Wir haben die Kurzarbeit inzwischen wieder komplett zurückgefahren", sagte Deutschland-Chefin Vera Meyer dem Handelsblatt. SEN-Chef Stone hat die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel gesenkt. Zahlreiche Entwicklungsprojekte wurden eingestellt und Auslandsniederlassungen geschlossen. Diese Rosskur hat sich nach Einschätzung von Stone ausgezahlt. Das Unternehmen sei schuldenfrei, und im laufenden Geschäftsjahr seien schwarze Zahlen zu erwarten.

Das dürfte auch Siemens zugute kommen. Der Elektrokonzern ist noch mit 49 Prozent an SEN beteiligt. Der Konzern hatte seine einst hoch defizitäre Tochter vor der Trennung mit viel frischem Kapital ausgestattet, um einen zweiten Fall BenQ Mobile zu vermeiden. Die Handy-Tochter war kurz nach dem Verkauf an den früheren taiwanischen Elektronikkonzern BenQ pleite gegangen.

(anw)