Telekom verlangt Einkommensverzicht fĂĽr geringeren Personalabbau
Die Deutsche Telekom macht vor der kommenden Tarifrunde einen geringeren Arbeitsplatzabbau von erheblichen Zugeständnissen der Beschäftigten abhängig.
Die Deutsche Telekom macht vor der kommenden Tarifrunde einen geringeren Arbeitsplatzabbau von erheblichen Zugeständnissen der Beschäftigten abhängig. Ein von Personalvorstand Heinz Klinkhammer vorgestellter Beschäftigungspakt sieht unter anderem eine zehnprozentige Arbeitszeitverkürzung bei entsprechendem Einkommensverzicht vor. Hierdurch könnten sich für den Konzern Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe ergeben und so 10.000 Stellen finanziert werden.
Die Vereinbarung zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen, die noch bis Ende 2004 gültig ist, würde nach Angaben der Telekom verlängert. Das Unternehmen halte aber nach wie vor an den Plänen fest, in der Festnetzsparte T-Com bis Ende 2005 rund 30.000 Stellen abzubauen.
Dem Telekom-Konzept zufolge sollen die rund 50.000 Beamten des größten Telekommunikationsunternehmens in Europa zum Ausgleich für die kürzeren Arbeitszeiten auf ihr Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten. Dies entspricht Klinkhammer zufolge einem zehnprozentigen Einkommensverzicht. Hierzu müsste das Postpersonalrechtsgesetzes entsprechend geändert werden. Den derzeit rund 70.000 Angestellten des Konzerns sollen die monatlichen Gehälter entsprechend gekürzt werden.
ver.di-Sprecher Markus Frings kommentierte: "Wenn die Telekom bereit wäre, für die Laufzeit des Tarifvertrages auf neue Rationalisierungsprogramme zu verzichten und einer Rückführung von Vivento-Mitarbeitern in die Telekom zuzustimmen, dann wären wir zu Verhandlungen bereit." Allerdings seien insbesondere für die unteren Einkommensgruppen besondere Regelungen notwendig. Bei der in Vivento umbenannten Personalservice-Agentur sei eine niedrigere Entlohnung notwendig, sagte Klinkhammer. Vivento soll nicht mehr benötigte Mitarbeiter an andere Unternehmen verleihen und vermitteln. Die Beschäftigten müssten spürbare Anreize erhalten, neue Arbeitsplätze außerhalb des Telekom-Konzerns anzunehmen, verlangte er. Derzeit sind bei Vivento etwa 10.000 Telekom-Mitarbeiter vorübergehend "geparkt". Rund 2000 hätten das Unternehmen bereits wieder verlassen.
Ferner forderte Klinkhammer von den Gewerkschaften moderate Lohnzuwächse. "Wir können uns nicht über eine Lohnrunde unter zusätzlichen Kostendruck setzen." Auch die Ausbildungsquote müsse im kommenden Jahr deutlich sinken. Künftig könnten nur noch 10 Prozent der besten Auszubildenden übernommen werden. (dpa) / (jk)