Volkswagen steigt bei Suzuki ein
Mit seinem Einstieg beim japanischen Autobauer Suzuki wil Volkswagen weiter wachsen. Vor allem die "Kleinwagenkompetenz" und Suzukis Position in asiatischen Märkten hat es Volkswagen angetan
- Gernot Goppelt
Wolfsburg, 9. September 2009 – Spätestens im vergangenen August war deutlich geworden, dass Volkswagen an einem Einstieg bei Suzuki interessiert ist. "Suzuki wäre wegen seiner Kleinwagenkompetenz ein interessanter Partner", hatte VW-Chef Martin Winterkorn seinerzeit gesagt. Jetzt ist es offiziell: Die beiden Unternehmen haben eine langfristige strategische Partnerschaft vereinbart, wie Vertreter von Volkswagen und Suzuki heute mitteilten.
Einstieg auf Raten?
Demnach wird Volkswagen 19,9 Prozent an Suzuki erwerben, im Gegenzug will der japanische Konzern Suzuki bis zur Hälfte des erhaltenen Kaufpreises in Volkswagen-Aktien investieren. Beide Unternehmen sollen im Rahmen der Partnerschaft zunächst eigenständig bleiben. Das Geschäft zwischen VW und Suzuki bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Behörden. Es solle im Januar 2010 abgeschlossen werden, kündigte Volkswagen an. Einige Marktbeobachter rechnen schon damit, dass die Unternehmen mittelfristig vollständig fusionieren könnten, angesichts der Wachstumspläne von Volkswagen erscheint das plausibel.
Volkswagen steigt bei Suzuki ein (2 Bilder)

Martin Winterkorn, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG, und Osamu Suzuki, CEO Suzuki, unterschreiben die Vereinbarung.
Markterweiterung
Suzuki baut vor allem Kleinwagen, kleinere Geländewagen und Motorräder. Das japanische Unternehmen sichert sich mit der Partnerschaft den Zugriff auf VW-Technologien, der deutsche Konzern verschafft sich eine bessere Position in den asiatischen Automärkten, vor allem in Indien und Südostasien. VW spricht von Synergien beim Ausbau der Präsenz auf den dynamischen automobilen Wachstumsmärkten sowie bei der Entwicklung und Produktion von innovativen und umweltfreundlichen Kleinwagen. Von Synergien im Bereich von Hybrid- oder Elektroautos ist konkret nicht die Rede, hier haben beide Unternehmen Nachholbedarf. Dennoch ist auch hier eine intensive Zusammenarbeit naheliegend, zumal über Suzuki der Zugriff auf japanische Zulieferer einfacher wird.
Klein und wertvoll
Schon in den vergangenen Monaten hatte es Spekulationen über einen baldigen VW-Einstieg bei Suzuki gegeben. Erst auf der vergangenen IAA hatte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Gerüchte mit seiner Bemerkung genährt, zwölf Konzernmarken seien besser als zehn. Piëch war es übrigens auch, der im April 2008 in einem Stern-Interview sagte: „Also, ich hätte gerne noch einen kleinen, wertvollen Motorradhersteller drin“. Als solcher kann Suzuki freilich nicht gelten, der Motorradbauer gehört weltweit zu den ganz Großen der Branche.