Mac OS X 10.3: Zip-Funktion des Finder nicht kompatibel
Die in Mac OS X 10.3 enthaltene Möglichkeit, Zip-Archive anzulegen, weist einen Fehler auf: Beim Auspacken von Dateien mit einem Resource-Zweig auf anderen Plattformen kommt dieser leicht abhanden.
In die Liste der Pannen von Apples unlängst auf den Markt gebrachten Mac OS X 10.3 (alias Panther) muss ein neuer Eintrag aufgenommen werden: Nach Schwierigkeiten mit Java, Sicherheits-Updates, Problemen mit FireWire-800-Festplatten und verschwundenen Schlüsselbunden hat Apple scheinbar auch bei der Zip-Funktion des Finder gepatzt: Sie verpackt den Mac-typischen Resource-Fork einer Datei so, dass nur ein Panther-Finder sie mit dem Datenzweig wieder korrekt zu einer Gesamtdatei zusammenbauen kann.
Andere Zip-Programme wie ZipIt oder der StuffIt Expander dekomprimieren zwar die enthaltenen Dateien fehlerfrei, verstehen aber die interne Struktur der Finder-Zips nicht. Ressourcen-Zweige landen deshalb als separate Dateien in einem Verzeichnis namens "__MACOSX" auf der Platte.
Das Problem betrifft hauptsächlich ältere Programme des klassischen Mac OS, die ihre Dateisymbole oder Dialoge als Ressourcen ablegen. Sie sind nach unsachgemäßen Auspacken nicht mehr lauffähig. Disk-Images, Texte, Bilder oder Filme sind davon nicht betroffen. Sie haben meist keinen Ressourcen-Zweig oder legen dort nur die Symbole mit einem verkleinerten Abbild des Dateiinhalts ab. Auch die so genannten Programm-Packages, wie sie Apple seit Mac OS X favorisiert, überstehen eine Zip-Kur unter Panther unbeschadet. Sie benutzen wie Windows- oder Linux-Systeme keine separaten Daten- und Ressource-Zweige. Versuche in der c't-Redaktion ergaben, dass das das Auspacken mit einem inkompatiblen Entpacker die Panther-Zips nicht beschädigt. (jes)