Intel-Chef: Chip-Krise erst nach Trendwende in USA beendet

Mit dem Projekt fĂĽr die Chipfabrik in Frankfurt (Oder) zeigte sich Craig Barrett zufrieden.

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  • dpa

Die Krise in der internationalen Halbleiterindustrie ist nach Ansicht des Chefs des amerikanischen Chipkonzerns Intel, Craig R. Barrett, erst mit der Erholung des US-Marktes vorüber. Barrett sagte dem Focus, "wir haben gute Umsätze in Asien und Europa, aber nicht in den USA. Ohne eine echte Trendwende auf unserem Heimatmarkt ist die Chip-Krise noch nicht vorbei". Langfristig habe er keinen Zweifel daran, dass die Firmen weltweit wieder in IT-Ausrüstung investieren werden. Darauf sei sein Unternehmen strategisch vorbereitet.

Der weltgrößte Halbleiter-Hersteller hatte im dritten Quartal dieses Jahres dank des starken Chip-Geschäfts seinen Gewinn auf 1,7 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Der Umsatz erhöhte sich deutlich um 20 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar.

Barrett äußerte sich zudem zufrieden über das Projekt der Chipfabrik in Frankfurt (Oder). "Wir sind vor ein paar Jahren dort eingestiegen als Investor und Chiplieferant, weil wir es für eine gute Sache gehalten haben. Wir sind mit dem Projekt zufrieden, aber das gilt nicht für alle Beteiligten." Die Fabrik sei geplant worden, bevor der Markt eingebrochen sei. "Ob das Projekt scheitert, können wir nicht beeinflussen", bekräftigte Barrett.

Bei dem Frankfurter Milliardenprojekt ist die Finanzierung noch nicht gesichert. Die Betreiberfirma Comunicant AG hat mit der niederländischen ABN Amro Bank und dem US-Marktforschungsunternehmen Gartner ein überarbeitetes Firmenkonzept vorgelegt. Die Fachleute gehen davon aus, dass sich die Chipfabrik mit ihrer Technologie am Markt gut platzieren könnte. Nach Unternehmensangaben sollen an der Oder noch über 1000 Arbeitsplätze entstehen. Ursprünglich war von 1300 Stellen die Rede. (dpa) / (jk)