Saab wird abgewickelt

Der schwedische Autobauer Saab steht endgültig vor dem Aus. Nach dem gescheiterten Verkauf an den niederländischen Sportwagenbauer Spyker Cars wird die Traditionsmarke verschwinden

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Von
  • rhi
  • Sven-Olaf Suhl
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Detroit (USA)/Trollhättan (Schweden) 18. Dezember 2009 – Der schwedische Autobauer Saab steht endgültig vor dem Aus. Nachdem auch ein Verkauf an den niederländischen Sportwagenbauer Spyker Cars gescheitert ist, wird die Traditionsmarke verschwinden – der US-Mutterkonzern General Motors (GM) plant die Abwicklung. Wie GM mitteilte, wird die Geschäftstätigkeit von Saab eingestellt. Den 3400 Mitarbeitern werde von Januar 2010 an gekündigt. Spyker Cars mit russischen und arabischen Investoren galt als letzter Interessent für den schwedischen Hersteller. Wie lange die Abwicklung des Autobauers dauert, steht noch nicht fest. Sollte sich während der Abwicklung nicht doch noch ein Käufer finden, ist die Marke Saab am Ende.

"Wir sind weiter offen für Angebote", sagte ein GM-Sprecher. Denkbar sei der Verkauf von Fertigungsanlagen oder etwa der Markenrechte. Aktiv werde GM aber nicht mehr nach Interessenten suchen. GM-Chef Ed Whitacre hatte zuvor gesagt, dass GM Saab abwickeln werde, wenn nicht bis Ende des Jahres ein Käufer gefunden wird.

In Schweden stieß das angekündigte Aus für Saab auf Verwunderung. "Das ist eine sehr überraschende Entscheidung. Sie ist vor allem für alle Beschäftigten sehr bedauerlich", sagte Schwedens Wirtschaftsministerin Maud Olofsson bei einer Pressekonferenz am Saab-Stammsitz in Trollhättan. GM habe nicht alles getan, um Saab zu retten: "Als Eigentümer tragen sie letztendlich die Verantwortung." Saab-Konzernchef Jan-Åke Jansson sagte: "Wir sind sehr enttäuscht. Viele von uns haben in den vergangenen Monaten hart an einer Lösung gearbeitet."

Auch GM-Europachef Nick Reilly bedauerte, dass der Verkauf an Spyker gescheitert ist. Der Prozess habe nicht schnell genug abgeschlossen werden können, sagte er laut Mitteilung: "Um das Geschäft am Leben zu halten, hätte Saab eine schnelle Lösung gebraucht."