Porsche kündigt Vertrag mit Magna
- Gernot Goppelt
Porsche hat seinen Fertigungsvertrag mit dem österreichisch-kanadischen Automobilzulieferer Magna gekündigt. Magna bekomme dafür eine Ausgleichszahlung, betätigte am Freitag ein Sprecher des Sportwagenbauers einen Bericht der Wirtschaftswoche. Das Geld soll für bereits geleistete Entwicklungsarbeit fließen. Zur Höhe machte Porsche keine Angaben.
Der neue Vorsitzende der Porsche-Dachgesellschaft, VW-Chef Martin Winterkorn, sagte dem Blatt: "Glauben Sie mir, Magna ist mit der Lösung sehr zufrieden. Die entstanden Aufwendungen haben wir ersetzt." Das Entwicklungsteam von Magna Steyr in Graz soll bereits seit mehr als einem Jahr an den neuen Generationen der Porsche- Modelle Boxster und Cayman gefeilt haben. Porsche hatte Magna 2008 den Auftrag erteilt, von 2012 an die beiden Coupés acht Jahre lang zu bauen.
Schon im September war berichtet worden, Volkswagen wolle Magna den Auftrag zur Boxster-Fertigung entziehen. Die damalige Annahme einiger Beobachter, Volkswagen wolle dem zukünftigen Opel-Eigner Magna keine Aufträge erteilen, ist nach dem geplatzten Magna-GM-Deal nicht mehr aktuell. Naheliegend ist vielmehr, dass VW nach der Übernahme des Osnabrücker Cabrio-Spezialisten Karmann auch den Boxster künftig in Niedersachsen bauen will. Für Karmann spricht – so Volkswagen-Chef Martin Winterkorn gegenüber der Wirtschaftswoche – „das sehr spezielle Know-how“ und „die richtige Technik“. „Karmann kann für uns hervorragend Kleinserien montieren, zum Beispiel das Golf Cabrio“. (Mit Material der dpa) (ggo)