BMW 740i: Cruisen in der Oberklasse mit Basis-Benziner

Den 326 PS starken Reihen-Sechszylinder als "Basis-Benziner" im 7er zu bezeichnen, ist zwar korrekt, aber irreführend, was das Fahrgefühl angeht. Wer so am Motor spart, hat Geld übrig für nützliche Assistenten

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Von
  • Gregor Hebermehl
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München, 22. Dezember 2009 – Auch wenn er den nierenförmigen Grill so weit aufreißt, als wolle er alles verschlingen, was nicht rechtzeitig beiseite springt, ist der BMW 740i ein umgänglicher Zeitgenosse. Zumindest dann, wenn er mit optionalen Kamera-Augen ausgestattet ist. Damit lässt sich der 1,90 Meter breite Bayer ganz behutsam auch aus engen Toreinfahrten herausbugsieren. Ebenfalls dabei in unserem Testwagen mit dem 326 PS starken Reihensechszylinder, der im Siebener den Einstiegsbenziner gibt: Verkehrszeichen-Erkennung, Head-up-Display, Abstands-Tempomat, Totwinkel-Assistent und Spurverlassen-Warner.

An den großen Grill und die insgesamt blockmäßige Erscheinung des Oberklasse-BMWs haben wir uns längst gewöhnt. Der 740i macht da keine Ausnahme, unterscheidet sich nur durch seinen Modellschriftzug von den anderen 7ern.

BMW 740i: Cruisen in der Oberklasse mit Basis-Benziner (25 Bilder)

Mit enorm großem Grill: Die neue Generation des BMW 7er fällt auf.

Innen ist der 740i so wie ein Oberklasse-Wagen eben sein muss: Viel Platz auch im Fond und vor allen Dingen zu den Seiten – schließlich ist der Mensch in seinem seitlichen Raumempfinden noch viel empfindlicher als nach vorne oder hinten. Spaß macht der so genannte Gentleman-Knopf in der Fahrertür: Drück man diesen, lässt sich über die Sitzbedienknöpfe des Fahrersitzes der Beifahrersitz verstellen. Die Materialverarbeitung ist selbstredend perfekt. Bei den neuen 7ern sitzt der Gangwahlhebel in der Mittelkonsole, kurz über dem gut bedienbaren Knopf des iDrive-Systems. Über letzteres können wir auch das Head-up-Display zu- oder abschalten, wobei unseren Redakteuren kein Grund eingefallen ist, weshalb sie diese hilfreiche Anzeige deaktivieren sollten. Schließlich spiegelt das Head-up-Display nicht nur die aktuelle Geschwindigkeit in die Frontscheibe, sondern auch die Anzeigen des Navigationssystems und die gerade zulässige Höchstgeschwindigkeit.

Eine kleine Kamera hält bei unserem 7er ständig nach Verkehrszeichen Ausschau. Entdeckt sie eine Geschwindigkeits-Begrenzung, wird diese dem Fahrer per Head-up-Display angezeigt. In der Praxis funktioniert dies zum größten Teil ganz prima. Wie bereits erwähnt, werden sogar zeitliche Einschränkungen erkannt: Gilt zum Beispiel auf der Autobahn 120 km/h nur zwischen 22:00 und 6:00 Uhr, dann wird im Auto außerhalb dieses Zeitraums keine Geschwindigkeitsbegrenzung angezeigt. Allerdings interpretierte das System in einem Fall auch eine kleine "60" im roten Kreis, die am Heck eines Lkw klebte, als Tempolimit.