Autobahnen schneller bauen: Wissing will Zustimmung der LĂ€nder

Die FDP will Engstellen im Autobahnnetz schneller als bislang beseitigen. Die BundeslÀnder sollen zustimmen, doch von dort kommt Kritik.

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Autobahnbaustelle

Engstellen im Autobahnnetz sollen schneller als bisher beseitigt werden.

(Bild: Porsche)

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Hart haben sie in der Bundesregierung gerungen, am Ende stand Ende MĂ€rz der Kompromiss: AusgewĂ€hlte Autobahn-Projekte soll beschleunigt umgesetzt werden, insgesamt sollen es 145 sein. Allerdings geht eine solche VerkĂŒrzung der Planung nicht ohne Zustimmung der BundeslĂ€nder. Die sollen dem Bundesverkehrsministerium bis zum 28. April mitteilen, ob sie mit einer gesetzlichen Festschreibung eines Projektes zur Engpassbeseitigung einverstanden sind. Das geht aus einem Schreiben von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hervor, aus dem die dpa zitiert. Aus Nordrhein-Westfalen kommt heftige Kritik.

In Nordrhein-Westfalen regieren seit dem vergangenen Jahr CDU und GrĂŒne. Das Verkehrsministerium ĂŒbernahmen die GrĂŒnen, mit Oliver Krischer an der Spitze. Vom auf Bundesebene gefundenen Kompromiss, Planungen fĂŒr die Beseitigung von Engstellen im Autobahnnetz zu verkĂŒrzen, dĂŒrfte er wenig begeistert sein. Dem nun auch noch rasch zuzustimmen, stĂ¶ĂŸt auf deutliche Kritik. Wissings PlĂ€ne seien noch nicht mal auf der Verkehrsministerkonferenz im vergangenen Monat in Aachen vorgestellt worden. "Und dann sollen innerhalb von acht Tagen alle deutsche Landesregierungen mal eben einer Liste zustimmen, die sich Herr Wissing mal eben ausgedacht hat." Weder sei der konkrete Planungsstand der Bundesprojekte in NRW bekannt, noch, was Wissing genau in der Planung einzelner Projekte verĂ€ndern wolle. "Auf der Basis lĂ€sst sich keine seriöse Entscheidung treffen", stellte Krischer fest.

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Insgesamt sollen nach Darstellung des Verkehrsministeriums 988 km neue Straßen gebaut werden, das entspreche 7,5 Prozent des Bestandsnetzes. Das Ziel: weniger Staus und flĂŒssiger Verkehr. Die Festschreibung eines ĂŒberragenden öffentlichen Interesses soll aber im Einvernehmen mit dem jeweils betroffenen Land geschehen, wie es in einem Beschlusspapier des Koalitionsausschusses hieß. Mit der Festschreibung eines "ĂŒberragenden öffentlichen Interesses" sollen Planungszeiten fĂŒr Verkehrswege deutlich verringert werden.

Um HintergrĂŒnde zu erlĂ€utern und etwaige Fragen zu klĂ€ren, soll es laut Schreiben Wissings noch in dieser Woche auf Arbeitsebene ein "FachgesprĂ€ch" mit Vertretern der LĂ€nder im Bundesministerium geben. Stimmt ein Land zu, sollen Projekte in ein von Wissing geplantes Genehmigungsbeschleunigungsgesetz aufgenommen werden, wie aus dem Schreiben hervorgeht. Der Gesetzentwurf solle zĂŒgig im Bundeskabinett behandelt werden.

Krischer sagte, NRW werde nun erst einmal das FachgesprĂ€ch abwarten. "Uns bröseln gerade die AutobahnbrĂŒcken unter den Reifen weg. Denn was nĂŒtzt eine zehnspurige Autobahn, wenn sie dann vor einer BrĂŒcke endet, die wegen BaufĂ€lligkeit gesperrt ist?" Die GrĂŒnen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang hatte nach dem Koalitionsausschuss gesagt, es sei "sehr wahrscheinlich", dass nicht alle der Autobahnprojekte am Ende beschleunigt gebaut werden. Die Planung werde nur dann beschleunigt, wenn die zustĂ€ndigen LĂ€nder dies wollten. Die GrĂŒnen sind an vielen Landesregierungen beteiligt und könnten Vorhaben blockieren.

(mfz)