Feierstimmung bei Ford in Köln

Am 5. Februar 2010 ist das 40millionste Fahrzeug der Ford-Werke vom Band gelaufen. Bei Ford in Köln wird gefeiert und wir blicken ein wenig auf die Geschichte des Autobauers in Deutschland zurück

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Von
  • Gernot Goppelt
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Köln, 5. Februar 2010 – Die vergangenen zwei Jahre waren für Ford hart. Es schien zeitweise so, als ob das Unternehmen in den USA die Absatzprobleme nicht mehr ohne kräftige Staatshilfe bewältigen kann. Doch aus der Krise der Big Three (Ford, GM, Chrysler) scheint sich das Unternehmen am besten befreit zu haben, was nicht zuletzt die Zulassungszahlen in Nordamerika zeigen. Auch in Deutschland war Ford 2009 erfolgreich, vor allem der neue Fiesta schlug gut ein. So lässt es sich heute in Köln etwas entspannter feiern. Der Anlass: die Produktion des 40-millionsten Fahrzeugs in den Kölner Hallen der deutschen Ford-Werke.

Ford hatte hierzulande am 18. August 1925 mit einem Kapital von fünf Reichsmark zunächst in Berlin begonnen. Kölns Oberbürgermeister Konrad Adenauer überzeugte Ford später, an den Rhein zu wechseln, wo 1931 das erste Auto vom Band rollte. Der Taunus P3, bekannt als "Badewanne", wurde in den 1960er Jahren zum Verkaufsschlager. 1964 eröffnete das Werk in Genk, 1970 folgte der Start in Saarlouis. Capri, Consul und Granada waren beliebt, 1976 kam der Fiesta auf den Markt – bis 2009 mehr als zwölf Millionen Mal gebaut.

Heute wird Ford in Deutschland von vielen als eine heimische Marke wahrgenommen. Das mag auch daran liegen, dass die amerikanische Mutter zumindest äußerlich die Zügel locker hält. 29.000 Beschäftigte aus gut 50 Ländern arbeiten in den Werken in Köln, Saarlouis und im belgischen Genk. 2500 Ingenieure entwickeln kleine und mittlere Modelle für den Gesamtkonzern. "Mir fällt kein anderes Auto-Unternehmen ein, das von außen nach Deutschland reingekommen und 85 Jahre lang erfolgreich geblieben ist", sagt Prof. Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach. Aber: "In der Autobranche kann man sich nicht auf der Vergangenheit ausruhen." Die Lage der gesamten Autoindustrie sei "gar nicht lustig", es drohe ein Absatzeinbruch. "In Europa kann man nur noch wachsen durch Verdrängung, in Westeuropa wird der Markt eher noch schrumpfen", prognostiziert Bratzel. Auch Ford-Chef Mattes erwartet ein schwieriges Jahr 2010 und rechnet wie die meisten seiner Branchenkollegen mit Verkaufsrückgängen.