EU-Kommissar glaubt nicht an Einigung mit Microsoft [Update]
Mit einer endgĂĽltigen Entscheidung im Kartellverfahren gegen Microsoft wird fĂĽr Anfang Mai gerechnet.
Der für den Wettbewerb zuständige EU-Kommissar Mario Monti glaubt nicht an eine Einigung mit Microsoft im Kartellverfahren der Europäischen Union. Laut einem Bericht der Financial Times habe Monti gesagt, er sei nicht gegen eine Einigung mit Microsoft, aber die Zeit laufe davon. Aus "eingeweihten Kreisen" heißt es zudem, Microsoft werde demnach wohl nicht dazu verpflichtet, einen Vertriebskanal für Medien-Plug-ins konkurrierender Anbieter zusammen mit Windows anzubieten.
Die EU-Kommission wirft Microsoft vor, auf rechtswidrige Weise seine Marktmacht bei PC-Betriebssystemen auf den Markt der einfachen Server-Betriebssysteme erweitert zu haben. Die Wettbewerbshüter gehen auch dem Vorwurf nach, ob Microsoft mit der Koppelung des Betriebssystems Windows mit dem Windows-Media-Player in ähnlicher Weise seine beherrschende Stellung gegen Konkurrenten ausnutzt.
Mit einer Entscheidung in dem Verfahren wird bis Anfang Mai gerechnet, heißt es weiter in dem Bericht. Bis dahin werde es noch diverse Treffen zwischen der EU und Microsoft geben. Vor drei Tagen wurde bereits bekannt, dass die EU-Kommission wohl in der Untersuchung über mögliche wettbewerbsrechtliche Verstöße von Microsoft eine Entscheidung gefällt hat. Der Entwurf werde nun intern beraten und könnte dann in etwa einem Monat endgültig vorgelegt werden, hieß es. Über den Inhalt der Entscheidung gibt es bislang aber nur vage Spekulationen.
Wettbewerbskommissar Monti hatte bereits früher dem Konzern gedroht, er könne beispielsweise zur Offenlegung der Kommunikations-Schnittstellen zwischen Client und Server und zur Entkoppelung des Media Players verpflichtet werden. Die Kommission kann aber auch eine Geldstrafe von bis zu 10 Prozent des Konzernjahresumsatzes verhängen -- bei Microsoft betrug dieser im Geschäftsjahr 2003 insgesamt 32,19 Milliarden US-Dollar; momentan sitzt der Konzern allerdings auch auf einem Berg von 52,777 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln. (anw)