Telekombranche verzeichnet 2003 weniger Stellen

Die Regulierungsbehörde sieht in ihrem Jahresbericht im Markt für Breitband-Internetanschlüsse einen dynamischen Wandel; die Konkurrenz der Telekom hole bei Internet-Anschlüssen und Sprachtelefonie kräftig auf.

vorlesen Druckansicht 4 Kommentare lesen
Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Jürgen Kuri

Die Telekommunikations-Unternehmen haben im Jahr 2003 mit weniger Beschäftigten mehr Umsatz erzielt. Bundesweit sei die Zahl der Arbeitsplätze um 2,2 Prozent oder 5000 auf 226 400 gesunken, teilte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) bei der Vorstellung ihres Jahresberichts am Mittwoch in Bonn mit. Im gleichen Zeitraum stieg der Branchenumsatz um 3 Prozent auf rund 63,4 Milliarden Euro. Die Zahl der Mobilfunkkunden kletterte erneut kräftig um fast 5,7 Millionen auf 64,8 Millionen.

In der einstigen "Jobmaschine" Telekommunikation nahm 2003 die Beschäftigung nun zum zweiten Mal in Folge ab. Allerdings nicht mehr so stark wie noch im Jahr zuvor, als rund 9500 Stellen wegfielen. Hauptgrund für die geringere Beschäftigung im vergangenen Jahr war nach Angaben der Regulierungsbehörde die Deutsche Telekom. Beim Branchenriesen sei im Inland die Mitarbeiterzahl um 4500 auf rund 173.300 zurückgegangen. Die Konkurrenten des Bonner Konzerns meldeten dagegen lediglich einen Rückgang um ein Prozent auf 53.100.

Besonders im Markt für Breitband-Internetanschlüsse sieht die Regulierungsbehörde mittlerweile einen "dynamischen Wandel". Insbesondere die Internet-Provider, die mit der Telekom-Tochter T-Online konkurrierten, holten kräftig auf: Mittlerweile seien bereits 26 Prozent der DSL-Kunden, über Telekom-Konkurrenten ans Netz angeschlossen. Zu den rund 500.000 Kunden, die direkt ihren DSL-Anschluss von der Telekom-Konkurrenz beziehen, kommen laut RegTP noch 700.00 Internet-Nutzer, die zwar einen T-DSL-Anschluss haben, aber nicht T-Online als Provider nutzen.

Daneben sieht die Regulierungsbehörde auch einen zunehmenden Konkurrenzdruck bei anderen Anschlussarten: Immerhin 60.000 Internet-Zugänge über TV-Kabelnetz und 45.000 über Satellitenverbindungen förderten den Wettbewerb ebenfalls. Insgesamt ging bei den Internet-Zugängen das Minutenvolumen bei schmalbandigen Anschlüssen (ISDN, analoges Modem) leicht zurück. Dagegen hat sich nach den Zahlen der Regulierungsbehörde das Datenvolumen bei den DSL-Anschlüssen auf 403 Millionen Gigabyte im Jahresverlauf mehr als verdoppelt. Erfreut zeigt sich die RegTP über die zunehmenden Ausbau der WLAN-Hotspots. Die öffentlich angebotenen drahtlosen Internet-Zugänge hätten massiv zugenommen; mittlerweile gebe es 1.200 öffentliche Hotspots von 25 kommerziellen Anbietern.

Mehr Wettbewerb sieht die RegTP auch bei der Sprachtelefonie: Die Einführung von Call-by-Call im Ortsnetz sei gut angekommen. Die Telekom-Konkurrenz habe insgesamt nun einen Anteil von 25 Prozent bei den Ortsgesprächen: 15 Prozent erreichten Verbindungsnetzbetreiber, weitere 10 Prozent die City- und Regional-Carrier. Allerdings beruhten immer noch rund 90 Prozent aller Telefon-Anschlüsse durch Telekom-Konkurrenten auf Anmietung der Teilnehmeranschlussleitung von der Telekom. Dies würde aber auch zunehmend für die Bereitstellung von DSL-Anschlüssen genutzt, daher könne man daraus keine Schlüsse auf den Wettbewerb bei der Sprachtelefonie ziehen, heißt es bei der RegTP. Bereits Ende Januar hatte RegTP-Chef Matthias Kurth erklärt, dass die Übermacht der Telekom im Ortsnetz langsam schwinde. Die Monopolkommission der Bundesregierung hatte den Wettbewerb im Ortsnetz allerdings als nicht selbsttragend, sondern regulationsbedingt bezeichnet.

Das neue Feld der Dialer-Überwachung brachte der RegTP offensichtlich einiges an Arbeit: Registrierungsanträge zu insgesamt 3.411.146 Dialern seien eingegangen. Bis zum 1. Februar 2004 waren nach Angaben der Regulierer 482.082 Dialer in der Rufnummerngasse 0900-9 registriert. In den für Dialer nicht mehr zulässigen Rufnummerngassen 0190 und 0900-0 bis 0900-8 beträgt die Zahl der Registrierungen 751.975. Für rund 400.000 Dialer wurden die Registrierungen rückwirkend zurückgenommen. (jk)