Telekom-Kleinaktionäre wollen Schadenersatz vom Land Hessen

Im Auftrag von mehreren hundert Telekom-Kleinaktionären will die Vereinigung geschädigter Kapitalanleger und Kreditnehmer die Börsenzulassungsstelle des Landes Hessen auf Schadenersatz verklagen.

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  • dpa

Im Auftrag von mehreren hundert Telekom-Kleinaktionären will die Vereinigung geschädigter Kapitalanleger und Kreditnehmer (VKK) die Börsenzulassungsstelle des Landes Hessen auf Schadenersatz verklagen. Die angebliche Falschbewertung des Immobilienvermögens der Deutschen Telekom im Verkaufsprospekt vor dem dritten Börsengang im Jahr 2000 hätte der Zulassungsstelle auffallen müssen, teilte die VKK mit. Das habe ein von der Vereinigung in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten ergeben.

Bereits im vergangenen Jahr hatten mehrere Tausend Kleinanleger beim Frankfurter Landgericht Klagen gegen die Telekom wegen angeblich falscher Angaben in dem Börsenprospekt eingereicht. Hintergrund ihrer Verärgerung war der massive Kursverfall der zum Preis von 66,50 Euro (für Privatanleger 63,50 Euro) an den Markt gebrachten Telekom-Aktie, die aktuell bei gut 16 Euro steht. Die Kläger hatten dem Unternehmen Fehler im Verkaufsprospekt vorgeworfen, darunter etwa die überhöhte Bewertung des Immobilienvermögens. Telekom und Bund hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Der Börsengang hatte damals etwa 15 Milliarden Euro in die Staatskasse gespült.

Die aktuelle Klage solle in drei bis vier Wochen beim Landgericht Frankfurt eingereicht werden, kündigte VKK-Vorsitzender Holger Gerwin an. Während die Klagefrist gegen die Deutsche Telekom im vergangenen Mai endete, läuft sie Gerwin zufolge gegen die Börsenzulassungsstelle erst im Januar 2007 ab. Etwa 120 Menschen wollen sich nach Angaben der Vereinigung bisher an der Klage beteiligen; weitere 370 prüften noch, ob ihre Rechtsschutzversicherung die Gerichtskosten übernehme. Im Schnitt will jeder Kläger laut VKK 3000 bis 5000 Euro erstreiten. (dpa) / (jk)