Navigationsgeräte mit Internetanbindung
Mit GSM-Modul ausgestattete Navis bieten nicht nur aktuelle Stauinfos aus dem Netz – sie kennen zum Beispiel das Wetter oder liefern sogar Spritpreise, Flugzeiten und die Belegung von Parkhäusern
- Gernot Goppelt
Hannover, 25. Februar 2010 – Um richtig gut zu führen, benötigen Navis nicht nur frisches Kartenmaterial, sondern auch zeitnahe Informationen zur Verkehrslage sowie detailreiche Informationen zur Umgebung. Mit einem klassischen Fahrzeug-Navigationsgerät kommt man da schnell an die Grenzen: Karten, Adressverzeichnisse und Radarinfos sind nur so aktuell wie das letzte Update am PC, und Staumeldungen per TMC (Traffic Message Channel) über UKW brauchen lange und bieten wenig Infos. Abhilfe schafft ein direkter Draht zum Internet.
Vier Hersteller bieten inzwischen solche Connected Navis mit GSM-Modulen und Live-Diensten an. Navigon und TomTom haben gleich mehrere Modelle damit ausgestattet, Garmin und Medion bisher jeweils eines. Wir haben für den Test vier Geräte ausgesucht, die einen ähnlichen Funktionsumfang bieten und mit 350 bis 400 Euro Listenpreis in derselben Preisklasse spielen: das Garmin nüvi 1690 nü-Link, das Medion GoPal P4635, das Navigon 6350 Live und das TomTom Go 950 Live.
Navigationsgeräte mit Internetanbindung (4 Bilder)

Garmin nüvi 1690 nüLink: einfache Karten, mittelmäßige Sprachnavigation, gute Lautsprecher, Livedienste in vielen Ländern
Ab ins Netz
Die in Deutschland und teilweise auch in anderen europäischen Ländern bereitgestellten Live-Dienste kosten nach Ablauf einer kostenfreien Nutzungsdauer je nach Hersteller zwischen 5 Euro und 10 Euro monatlich oder 50 bis 100 Euro jährlich. Für die Datenübertragung fallen keine weiteren Kosten an, die Nutzung einer eigenen SIM-Karte ist nicht vorgesehen. Bei den meisten Navis ist das Mobilfunkmodul integriert, nur bei den Navigon-Geräten muss man ein extra Kästchen mit USB-Kabel zwischen Ladekabel und Navi anbringen. Das sorgt für Kabelgewirr im Auto, außerdem lassen sich die Live-Dienste nur bei aktiver Stromversorgung nutzen.
Die Geräte sind auf einige Navi-spezifische Live-Dienste beschränkt – Surfen im Netz, E-Mails lesen oder telefonieren geht damit also nicht. Bei Garmin, Medion und TomTom kann man gleich loslegen, bei Navigon ist erst die Eingabe eines Aktivierungscodes nötig. Das funktionierte im Test anders als vorgesehen nicht direkt am Gerät, sondern nur über die PC-Software Navigon Fresh (Windows, Mac Beta), laut Navigon ein kurzzeitiges Problem einiger SIM-Karten, das inzwischen behoben ist.
Die Königsdisziplin der Live-Dienste sind zeitnahe Verkehrsinformationen. TomTom, der schon seit über einem Jahr Connected Navis anbietet, ist mit seinem Verkehrssystem HD Traffic Vorreiter: Außer den Meldungen vom ADAC und von Induktionsschleifen auf Autobahnen wertet das niederländische Unternehmen anonymisierte Bewegungsprofile von Flottenpartnern, Vodafone-Handys und TomTom-Navis aus, die Aufschluss über zähfließenden Verkehr und Stauungen geben und zügig in das Meldesystem eingespeist werden.