Microsoft visualisiert große Datenmengen
Pivot, eine neue Anwendung aus den Live Labs, will Infoberge grafisch aufbereiten und so leichter durchsuchbar machen.
Es ist eine der brennenden Fragen unserer Zeit: Wie kann man aus den Datenmassen, die überall anschwellen, schnell sinnvolle Information gewinnen? Viele kluge Köpfe suchen seit Jahren nach einer befriedigenden Antwort. Einer von ihnen ist Gary Flake, Gründer und Direktor der Microsoft Live Labs, die neue experimentelle Webanwendungen entwickeln. Flakes Antwort ist „Pivot“, ein Werkzeug, das die Live Labs Anfang des Monats veröffentlicht haben, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Pivot bereitet Daten in Form einer Bildersammlung auf, die durch Texte ergänzt wird. Nimmt man zum Beispiel Daten aus der Wikipedia, werden diese in briefmarkengroße Bilder verwandelt. Ein Nutzer kann in diese Collage hereinzoomen, um ein einzelnes Bild genauer zu studieren, aber auch herauszoomen, um zu schauen, welche Bilder zu inhaltlich verwandten Gruppen angeordnet sind.
Die Grundidee ist zwar nicht neu. Flake hofft aber, dass die einfache grafische Darstellung von Pivot hilft, intuitiv Erkenntnisse aus den Daten zu gewinnen. Die konsistente Benutzeroberfläche mache die Stärke der Anwendung aus, sagt Flake. „Die Interaktion mit den Daten bewegt sich irgendwo zwischen Browsen und Suchen.“
Herzstück von Pivot ist die von Microsoft entwickelte Software Seadragon, mit der sich große Mengen an visuellen Daten verarbeiten lassen. Auch auf handelsüblichen Rechnern kann sie Grafik bruchlos vergrößern und zu verkleinern, ohne dass man erst das Nachladen abwarten muss. Vor fünf Jahren wäre Pivot noch nicht möglich gewesen, weil damals die grafische Datenverarbeitung von PCs noch nicht leistungsfähig genug war, heißt es von Microsoft.
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(bsc)