Microsoft in Minnesota vor Gericht
Wenn es nicht doch noch zu einer außergerichtlichen Einigung kommt, steht Microsoft voraussichtlich ab morgen das erste Mal wegen angeblich überhöhter Softwarepreise vor Gericht.
In den USA wird voraussichtlich zum ersten Mal eine Sammelklage gegen Microsoft wegen überhöhter Softwarepreise vor Gericht landen. Im Bundesstaat Minnesota klagen fünf Privatpersonen und zwei Unternehmen gegen den Redmonder Softwarekonzern, da durch überhöhte Preise für 9,7 Millionen Anwendungen in den Jahren 1994 bis 2001 ein Schaden zwischen 283 Millionen und 425 Millionen US-Dollar entstanden sei.
Die Auswahl der Jury habe vergangene Woche begonnen, heißt es in Medienberichten. Es könne aber noch zu einer außergerichtlichen Einigung kommen, so wie schon beispielsweise in Kalifornien, North Carolina oder Kansas. Ansonsten wird damit gerechnet, dass frühestens morgen die Eröffnungsplädoyers gehalten werden. Im Verfahren stehen Microsoft-Gründer Bill Gates und CEO Steve Ballmer als Zeugen bereit.
Nach dem spektakulären Urteil von Richter Thomas Penfield Jackson im Anti-Trust-Verfahren gegen Microsoft hatte es in zahlreichen US-Bundesstaaten solche Sammelklagen gegeben. In Maryland, Colorado, Missouri, New Hampshire, Connecticut, Rhode Island, Texas und Kentucky hatten die Gerichte jedoch die entsprechenden Klagen zurückgewiesen. Vor dem US-Bezirksgericht in Maryland war Microsoft mit dem Versuch einer außergerichtlichen Einigung mit Hilfe einer Hard- und Software-Spende an Schulen gescheitert, stattdessen musste auch hier eine Ausschüttung an die Kläger erfolgen. (anw)