MCI muss Bilanz massiv nach unten korrigieren
MCI, ehemals Worldcom, muss seine Gesamtgewinne aus den Jahren 2000 und 2001 rĂĽckwirkend um 74,4 Milliarden US-Dollar reduzieren.
Der nach dem größten Bilanzbetrug der US-Geschichte in ein Insolvenzverfahren verwickelte Telecom-Konzern MCI (Ex-Worldcom) hat für die Jahre 2000 und 2001 rückwirkend seine Geschäftsergebnisse revidiert. Die Anpassungen führten zu einer Reduzierung der Gesamtgewinne vor Steuern um 74,4 Milliarden US-Dollar (61 Milliarden Euro).
Die Bilanzfälschungen bei Worldcom waren die größten, die je ein US-amerikanisches Unternehmen vorgenommen hatte. Damit zieht MCI einen Schlussstrich und will im April aus dem seit 2002 laufenden Insolvenzverfahren herauskommen.
Im Jahr 2001 gab es einen Verlust von 15,6 Milliarden Dollar und einen Umsatz von 37,7 Milliarden Dollar. Im Jahr 2000 verbuchte die Gesellschaft einen Mammutverlust von 48,9 Milliarden Dollar und einen Umsatz von 39,3 Milliarden Dollar. Im Jahr 2002 fiel ein Verlust von 9,2 Milliarden Dollar an, und der zweitgrößte amerikanische Ferngesprächskonzern setzte 32,2 Milliarden Dollar um.
Der Vorsteuergewinn wurde durch die Anpassungen und Abschreibungen in den Jahren 2000 und 2001 um insgesamt 74,4 Milliarden Dollar reduziert. Der größte Teil der Riesenverluste war auf Abschreibungen für im Wert gefallene Investments zurückzuführen. Es wurden allein in den Jahren 2000 und 2001 Sonderabschreibungen von 59,8 Milliarden Dollar vorgenommen. Es wurden in den beiden Jahren auch andere Vorsteuer-Sonderbelastungen von 8,8 Milliarden Dollar ausgewiesen.
Die erheblichen Anpassungen hätten jedoch auf die Liquiditätsposition keinen Einfluss, betonte Finanzchef Bob Blakely. Das Unternehmen habe Ende 2003 sechs Milliarden Dollar an liquiden Mitteln gehabt. Die WorldCom-Aktien, die 1999 zeitweise einen Gesamtwert von 185 Milliarden Dollar gehabt hatten, sind inzwischen wertlos geworden. (dpa)/ (tol)