Peoplesoft sieht in Ăśbernahmeangriff von Oracle keine Bedrohung mehr

Nachdem die Peoplesoft-Aktionäre Oracles-Angebot abgelehnt hätten, habe der Widerstand des US-amerikanischen Justizministeriums die Pläne von Oracle nun wohl endgültig gekippt, sagte der Technologie-Chef von PeopleSoft, Rick Bergquist.

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  • dpa

Der US-amerikanische Softwarehersteller PeopleSoft betrachtet das feindliche Übernahmeangebot des Konkurrenten Oracle nicht mehr als eine ernsthafte Bedrohung. Nachdem die Aktionäre das Angebot selbst nach zweimaliger Erhöhung abgelehnt hätten, habe der Widerstand des US-amerikanischen Justizministeriums die Pläne von Oracle nun wohl endgültig gekippt, sagte der Technologie-Chef von PeopleSoft, Rick Bergquist, der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag auf der CeBIT.

Das US-Justizministerium hatte Ende Februar in einem Bezirksgericht in San Francisco eine Kartellrechts-Klage eingereicht, um die Übernahme zu verhindern. Die Behörde ist überzeugt, dass eine solche Transaktion dem Wettbewerb bei Unternehmenssoftware schaden würde. "Das amerikanische Justizministerium hat in den letzten zehn Jahren in solchen Fällen zu 94,6 Prozent gewonnen. Kein vernünftiges Unternehmen würde daher eine solche Geschichte weiterverfolgen", sagte Bergquist. Er betonte, dass auch die Europäische Union gegen die Übernahme sei und Australien einige Einwände erhoben habe.

Oracle hatte nach zweifacher Verbesserung seiner Offerte zuletzt 9,4 Milliarden US-Dollar für PeopleSoft geboten. Bergquist betonte, dass PeopleSoft selbst auch durch Akquisitionen weiter wachsen wolle. "Wir schauen uns natürlich den Markt nach möglichen Übernahmen an." Dabei analysiere das Unternehmen auch den deutschen Markt genau. Allerdings gebe es derzeit keine konkreten Pläne. Zudem müsse vor einer weiteren großen Übernahme erst die Integration des übernommenen Konkurrenten J.D. Edwards vollständig abgeschlossen sein. (dpa) / (anw)