Schimpfroboter im Eigenbau, Teil 1: So funktioniert der Textgenerator
Es ist Zeit, unbesiegbar zu werden und mit Schimpfolino immer eine Beleidigungskombination parat zu haben. Wir bauen dafĂĽr einen Generator.
- Nikolai Radke
In diesem Artikel soll ein Schimpfolino programmiert und auf dem Steckbrett gebaut werden. Wir sind umfangreich auf die Programmierung neuerer ATtiny eingegangen und richteten uns dabei an erfahrenere Nutzer, die die Kinderstube (also die Arduino-IDE) verlassen und weiterführend entwickeln wollen. Dieser Artikel geht einen Schritt zurück und wendet sich an Nutzer, die sich vor SMD-Lötarbeiten fürchten, so wie es beim armen Autor der Fall ist, oder die noch nie in Berührung mit den Winzlingen gekommen sind, aber gerne platz- und stromsparend entwickeln möchten. Und einfach an jene, die Spaß am Beleidigen haben.
Schimpfolino besteht aus einem Display, einem Knopf und ist sofort schimpfbereit. Kein Schnickschnack, handlich, klein und energiesparend. Und kindgerecht sind seine Beleidigungen auch, obwohl er so ein Halunke ist.
- Hard- und Softwareaufbau eines handlichen Schimpfwortgenerators
- Aus fünf begrenzten Wortlisten zwölf Millionen mögliche Kombinationen erzeugen
- Aufspielen eines Sketches auf den ATtiny85
Checkliste
Zeitaufwand: 30 Minuten
Kosten: 20 Euro
- Erste Schritte mit ATtiny: GĂĽnstige Alternativen fĂĽr kleine Hardware-Projekte
- Erschaffe ein Monster!
Material
- ATtiny85
- OLED-Display, 0,96 Zoll, SDD1306, I2C
- Taster, 6 Ă— 6 Ă— 9,5 mm
- Batteriefach CR2032, 20 mm Pinabstand
- Batterie CR2032
- Steckbrett
- Arduino Uno/Nano mit USB-Kabel
- Dupont-Stecker, männlich-männlichfür den Arduino Uno
- 10-µF-Kondensator
- 24AA64-EEPROM (fĂĽr zweiten Artikel)
Software
- Arduino IDE 2.X
Wer oder was ist Schimpfolino? Kurz: ein ATtiny85, der auf Knopfdruck zufallsbasiert Schimpfwörter aus einem EEPROM liest, diese zusammensetzt und auf dem Display ausgibt, um anschließend nach acht Sekunden in den Tiefschlaf zu fallen. Anders gesagt ist Schimpfolino ein unflätig schimpfendes Monster, hier in einer Nokolino-Hülle, zum Selberbauen. Ganz schön profan, aber lustig.
Nokolino? Vielleicht erinnert sich die Leserschaft an Noko, das Monster und dessen kleinen Bruder Nokolino, der auch auf Workshops bei einigen Maker Faires gebaut werden konnte und als Bausatz eine Weile im Shop erhältlich war. Was hat Schimpfolino nun damit gemein? Der Schimpfwortgenerator, allerdings erheblich verbessert und erweitert, entstammt Noko, und die Gestaltung des Gehäuses dem kleinen Nokolino.
Display, ATtiny, EEPROM und ein Knopf – das ist technisch in der Tat nichts Besonderes. Das Projekt lebt aber von der witzigen Idee. Der wahre Schatz liegt im EEPROM: 8 KB seltsame Wörter, das sind 800-mal zehn Zeichen, die allesamt witzig und dennoch jugendfrei und somit stilvoll sind. Das konzentrierte Böse.
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