NASA-Forscher will Aschewolken mit Drohnen untersuchen
Unbemannte Fluggeräte sollen genauere Daten zu Vulkanausbrüchen liefern, ohne Menschenleben zu gefährden.
Das "Global Hawk"-Projekt der NASA soll zum neuen Goldstandard für die Erforschung der Atmosphäre werden: Die umgebauten Militärdrohnen der US-Luftwaffe können bis zu 30 Stunden unterwegs sein und in große Höhen vordringen. Paul Newman, der das Projekt am NASA Goddard Space Flight Center wissenschaftlich begleitet, meint, dass das künftig auch bei Vulkanausbrüchen interessant sein könnte. Im Interview mit Technology Review sagte der Physiker, es sei denkbar, dass Drohnen in Zukunft über eine Aschewolke fliegen könnten, um dann sinnvolle Daten direkt an der Quelle zu sammeln. "Es wäre durchaus vorstellbar gewesen, einen der Global Hawks von Kalifornien aus aufsteigen zu lassen, mit ihm nach Island zu fliegen und dann vier bis sechs Stunden oberhalb des Vulkans Messungen vorzunehmen." Die Drohnen seien auch fähig, direkt in die Aschewolke zu fliegen, auch wenn dies möglicherweise die Triebwerke gefährde.
Dass die Sperrung des europäischen Luftraums, die tagelang für Chaos sorgte, anfangs nur auf Computersimulationen basierte, wundert Newman dagegen nicht. "Viele der europäischen Nationen besitzen zwar passendes Gerät für Forschungsflüge. Doch ich kenne keine Regierung, die die in diesem Fall notwendigen wissenschaftlichen Instrumente in ihren Maschinen parat gehabt hätte, um sofort abzuheben." Zudem seien die Modelle, die an den neun über die Erde verteilten Volcanic Ash Advisory Center entstünden, zuverlässig genug. Kein Pilot oder Forscher wolle bewusst in eine gefährliche Situation hineinfliegen. "Aus diesem Grund brauchte man vor dem eigentlichen Abheben sowieso eine Modellvorhersage."
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(bsc)