BUND klagt gegen Ausbau der A14
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat beim Bundesverwaltungsgericht Klage gegen den ersten Bauabschnitt der A14-Nordverlängerung von Magdeburg Richtung Schwerin eingereicht. Bei der Planung des Teilstücks nahe Wolmirstedt seien Naturschutzbelange nicht ausreichend berücksichtigt worden, sagte eine Sprecherin des BUND-Landesverbandes Sachsen-Anhalt der Magdeburger Volksstimme (Dienstag). Der entsprechende Planfeststellungsbeschluss des Landesverwaltungsamtes sei rechtswidrig.
Eine Gerichtssprecherin in Leipzig bestätigte auf dpa-Anfrage den Eingang der Klage des BUND sowie einer weiteren Klage einer Privatperson. Wann sich das Gericht damit beschäftigt, ist noch unklar. Die Kläger hätten noch bis 1. Juni Zeit, ihr Ansinnen zu begründen. Die 154 km lange Autobahn soll 1,3 Milliarden Euro kosten und strukturschwache Regionen wie Altmark und Prignitz besser erschließen. Die Wirtschaft im Nordosten erhofft sich von dem Lückenschluss zwischen Schwerin-Süd und Magdeburg eine bessere Anbindung des Hafens in Wismar an die Industrieregion Mitteldeutschland. Nach bisherigen Planungen soll die Trasse etwa 2020 fertig sein. Vor gut einem Jahr hatten der Bund und die drei beteiligten Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern eine Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet.
Der BUND hatte angekündigt, gegen jeden Abschnitt der Autobahn klagen zu wollen. Er hält den Ausbau bestehender Bundesstraßen für ausreichend. Nach Angaben der Umweltschützer tangiert die geplante Schnellstraße rund ein halbes Dutzend Naturschutzgebiete von europäischer Bedeutung sowie mehrere Vogelschutzgebiete. Sie gefährde auch seltene Fledermausarten. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) verwies in der Vergangenheit wiederholt darauf, dass Umweltprüfungen bei der A14-Planung noch mehr Raum einnähmen als bei früheren Projekten. Er hofft, dass sich das Gericht schnell mit den Klagen beschäftigt und das Bauvorhaben nicht zu stark verzögert wird. (dpa) (mfz)