30 Jahre "The Mask": vom Horror-Comic zum Comedy-Hit​

Seite 4: "The Mask" im RĂĽckspiegel

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Auf den Film folgte eine gleichnamige Zeichentrickserie, die das Konzept kinderfreundlicher zurechtformte und drei Staffeln lang lief (1995–1997). Elf Jahre nach dem ersten Film erschien "Die Maske 2 – Die nächste Generation" (Son of the Mask, 2005) mit Jamie Kennedy in der Hauptrolle. Diese Sequel floppte gnadenlos (Tomatometer: 6 Prozent).

Auch an der Comic-Reihe ging der Film nicht spurenlos vorbei. Im Unterschied zu Franchises wie "Superman" wurde "The Mask" nicht als kontinuierliche Serie veröffentlicht, sondern in kurzen Heft-Reihen. "The Mask Returns" erschien noch vor dem Film und ist mindestens ebenso blutig wie die ersten fünf Hefte. Ab "The Mask Strikes Back" (1995) ging der Gewaltanteil dann wesentlich zurück – ein Trend, der sich über die nächsten 20 Jahre fortsetzte.

Der Trend zur Verniedlichung der Figur mündete 2014 im kinderfreundlichen "Itty Bitty Mask" – die Maske als Dreikäsehoch. Erst fünf Jahre später kehrte die Comic-Reihe mit einer bitterbösen politischen Satire zu ihren finsteren Ursprüngen zurück (I Pledge Allegiance to the Mask!, 2019).

Highlights aus "The Mask"​ (14 Bilder)

Der erste Auftritt von Cameron Diaz als Tina Caryle.
(Bild: New Line Entertainment)

"The Mask" kam zu einem Zeitpunkt in die Kinos, als Comic-Verfilmungen noch relativ selten waren, gelungene Comic-Verfilmungen noch seltener. Warner Bros. hatte mit den "Batman"-Filmen von Tim Burton gemischte Erfahrungen gesammelt, Superman war zu einer Fernseh-Sitcom mutiert ("Superman: Die Abenteuer von Lois & Clark", 1993–1997).

In diesem Kontext war "The Mask" eine freie, aber insgesamt gelungene Adaption eines eher obskuren Comics. Wer Jim Carrey auf der Höhe seiner Slapstick-Zeit sehen mag, sollte auf jeden Fall anderthalb Stunden in "The Mask" investieren. Der Film ist auch deutlich besser gealtert als "Ace Ventura".

Wenn der Film eine Schwachstelle hat, dann nur die, dass Jim Carrey nie so recht als Verlierer durchgeht. Dazu benimmt sich Stanley Ipkiss schon vor seiner Verwandlung in die Maske viel zu theatralisch. Überzeugend verletzlich wirkte Carrey erst mit "Die Truman Show" (The Truman Show, 1998) und vor allem im großartigen "Vergiss mein nicht" ("Eternal Sunshine of the Spotless Mind", 2004). Als "The Mask" ist Jim Carrey hingegen uneingeschränkt fantastisch … oder, wie es die Maske selbst sagen würde, ".... SCHPITZE!" (Original: Sssssssmoking!).

(are)