Missing Link: Inside N26 – Hire & Fire, kranker Arbeitsrhythmus und Pannen
Seite 6: "Schaffung einer positiven Arbeitsatmosphäre"
"Das Management-Team von N26 unterstützt Mitarbeiterbeteiligung in allen Formen", betonte eine Sprecherin der Mobilbank gegenüber heise online. Die Gründer und die gesamte Führung seien sich "ihrer großen Verantwortung für alle Mitarbeiter:innen bei N26 bewusst". Sie investierten einen großen Teil ihrer Zeit "in die Schaffung einer positiven Arbeitsatmosphäre, die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert". Das schließe "selbstverständlich die Zusammenarbeit mit den Betriebsräten mit ein". Teilhabe von Mitarbeitenden sowie offenes Feedback seien "ein elementarer Bestandteil unserer täglichen Zusammenarbeit und Kultur".
Neben den beiden Betriebsräten seien 2020 so auch "Wahlen für unser N26 Global Representation Board abgehalten" worden, heißt es bei der Firma weiter. So habe man sicherstellen können, dass die Mitarbeitervertretung "unseren globalen Charakter widerspiegelt". Die Gründer stünden im regelmäßigen Dialog mit beiden Betriebsräten und dem Global Representation Board. Die Kooperation sei "positiv und konstruktiv".
"Auf flexible Beschäftigungsmodelle fokussiert"
Die Sprecherin räumte zugleich ein, dass sich das Unternehmen 2020 aufgrund der Pandemie "verstärkt auf flexible Beschäftigungsmodelle fokussiert" habe. "2021 werden wir allerdings die Anzahl der festen Mitarbeiter:innen wieder deutlich erhöht haben, in dem wir Zeitverträge in unbefristete Arbeitsverträge umwandeln".
Mit über 80 Nationalitäten in der Belegschaft und einer Präsenz in 25 globalen Märkten seien Vielfalt und Inklusion zudem ein zentraler Bestandteil dessen, was N26 ausmache, unterstreicht die Firmenvertreterin. Man biete ein integratives, modernes Arbeitsumfeld: "Das ist der Hauptgrund, warum wir monatlich mehr als 10.000 Bewerbungen erhalten."
"Eine starke Arbeitgebermarke"
"N26 ist eine starke Arbeitgebermarke in der deutschen Tech- und Startup-Branche", lautet die offizielle Darstellung. "Deshalb liegt uns die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen und Bewerber:innen sehr am Herzen." Das vor allem "in unserer Hypergrowth-Phase vor einigen Jahren" an den Tag gelegte Tempo habe aber dazu geführt, "dass wir unsere hohen Standards in diesem Bereich möglicherweise nicht vollständig erfüllt haben".
Daher sei in den vergangenen drei Jahren die Mitarbeiterzahl mehr als verdreifacht und die Teamstärke in Bereichen mit höherer Belastung stark ausgeweitet worden, beteuert die Sprecherin. In Form von internen Feedbackzyklen und Umfragen bitte die Firma ferner regelmäßig um anonymisierte Rückmeldungen der Anstellten und nehme dieses "sehr ernst". Jede Eingabe werde auf entsprechende Maßnahmen geprüft, die dann gegebenfalls auch umgesetzt würden.
Aus den negativen Schlagzeilen kommt N26 derweil nicht heraus. Mitte Oktober schrieb etwa die "Süddeutsche Zeitung", Kriminelle nutzten offenbar oft Konten der Smartphone-Bank, um Kunden anderer Geldhäuser abzuzocken. Die bayerischen Volksbanken hätten deshalb einen Brandbrief an BaFin-Chef Mark Branson geschrieben und dessen Eingreifen gefordert. Die Aufsicht hatte N26 erst jüngst ein Bußgeld in Höhe von 4,25 Millionen Euro wegen knapp 50 verspäteter Geldwäscheverdachtsmeldungen aufgebrummt.
(tiw)