Teamwork mit OS X 10.8 Server
Seite 4: Adressbuch synchronisieren
Der Kontakte-Dienst bietet die wenigsten Konfigurationsmöglichkeiten und lässt sich deshalb am einfachsten einrichten. Er bedient sich des offenen CardDAV-Protokolls und speichert die einzelnen Kontakte als vCards. In Server.app als Kontakte betitelt, lässt sich der Dienst lediglich einschalten; die einzige darüber hinausreichende Option ist, das Open-Directory-Verzeichnis durchsuchbar zu machen.
Das bedeutet, dass alle in Open Directory abgelegten Benutzer über Client-Software wie Kontakte.app, die bei OS X mitgeliefert wird, abrufbar sind. Das Verzeichnis lässt sich allerdings nur durchsuchen – Schreibzugriff für Clients ist nicht vorgesehen, ebenso wenig eine Übersicht aller verfügbaren Kontakte. Man muss also schon den Namen oder die Mail-Adresse eines Benutzers kennen, um an die restlichen Informationen zu gelangen.
Jeder Benutzer mit einem Server-Account und Zugriff auf den Kontakte-Dienst kann nun sein lokales Adressbuch auf den Server auslagern, indem er ausgewählte – oder gleich alle – Visitenkarten per Drag & Drop auf den Server-Account zieht. Was fehlt, ist eine Möglichkeit, sein Adressbuch gemeinsam mit anderen zu nutzen.
Um die fehlenden Gruppenfunktionen nachzubilden, kann der Administrator einen eigenen Benutzer für das gesamte Team anlegen. Diesen Account richtet dann jeder Mitarbeiter in seiner Client-Software als zusätzlichen CardDAV-Account ein. Entsprechende Unterstützung ist in der Kontakte.app von OS X eingebaut. Für Clients wie Thunderbird oder MS Outlook gibt es separate Plug-ins, die CardDAV-Unterstützung nachliefern.
Einen geteilten Benutzer anzulegen und ins eigene Adressbuch einzubinden ist also nicht allzu schwer. Ärgerlich sind jedoch die Implikationen: Verlässt etwa ein Mitarbeiter das Unternehmen, muss man daran denken, das Passwort des gemeinsamen Accounts zu ändern, und die verbliebenen Benutzer müssen entsprechend nachziehen. Ebenso wenig ist man vor Irrtümern oder Fehlern geschützt, denn ein rein lesender Zugriff auf den Datenbestand ist nicht möglich. Löscht einer der Benutzer einen Kontakt, verschwindet dieser für alle anderen ebenfalls, ohne dass eine Benachrichtigung erfolgt. Halbwegs ruhig schläft also nur, wer ein möglichst aktuelles Backup hat.