Continental kauft Siemens VDO
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Radikaler Umbau geht weiter
Siemens wurde in den vergangenen Monaten von einem Schmiergeldskandal erschüttert. Allein in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres seien Aufwendungen für externe Berater in Höhe von 188 Millionen Euro angefallen, teilte Siemens mit. Die Höhe der Gesamtbelastungen kann der Konzern noch nicht abschätzen. Es gebe bereits eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten, in denen "Schadenersatzansprüche in substanzieller oder unbestimmter Höhe" geltend gemacht würden.
Löscher ließ keinen Zweifel daran, dass er den radikalen Umbau fortsetzen will. "Im vierten Quartal werde ich mich auf fünf Themen konzentrieren: Compliance, Führungskultur und Organisationsstruktur, Geschäftsportfolio, starke Wachstumsmärkte sowie Innovationen", sagte er. Löscher hatte zum 1. Juli die Nachfolge von Klaus Kleinfeld angetreten, dessen Vertrag im Zuge der Schmiergeldaffäre nicht verlängert wurde.
VDO spezialisiert auf elektronische Fahrzeugsysteme
Der Automobilzulieferer Siemens VDO ist eine der größten Sparten des Siemens-Konzerns. Das Unternehmen, das weltweit rund 53.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist spezialisiert auf elektronische Fahrzeugsysteme. So liefert Siemens VDO beispielsweise Abstandskontrollgeräte, Spurassistenten oder Einparkhilfen sowie verschiedene Motorkomponenten wie Diesel-Einspritzanlagen. Darüber hinaus werden Auto-Unterhaltungsgeräte und Navigationssysteme angeboten. Im Bereich der Cockpitinstrumente ist das Unternehmen einer der führenden Hersteller der Welt.
Siemens VDO entstand 2001 durch die Fusion der früheren Siemens- Automobiltochter in Regensburg mit dem traditionsreichen Tachometer-Anbieter VDO aus dem hessischen Schwalbach. VDO war zuvor Teil der Mannesmann AG und wurde nach der Übernahme durch Vodafone verkauft, da Vodafone hauptsächlich nur am Mannesmann-Mobilfunkgeschäft (D2) interessiert war. Nach dem Zusammenschluss blieb Regensburg, wo mehr als 5000 Menschen bei der Siemens VDO Automotive AG arbeiten, Hauptsitz und einer der wichtigsten Produktionsstandorte. Die Verwaltung wurde dagegen am früheren VDO-Sitz in Schwalbach am Taunus konzentriert.
Im Geschäftsjahr 2005/06 (30. September) hatte Siemens VDO den Umsatz leicht auf gut zehn Milliarden Euro gesteigert, der Auftragseingang lag im gleichen Bereich. Das operative Bereichsergebnis legte um sechs Prozent auf 669 Millionen Euro zu. (jk) (ggo)