Die Freitagsstory: Das schwärzeste Schwarz - die digitale Wiederauferstehung des Barytpapiers.

Seite 2: Die Rückkehr des Barytpapiers

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Jahrelang nur noch als Blattware in kleinen Formaten verfügbar, kam der britische Hersteller Harman technology (Ilford Photo) vor einigen Monaten mit dem Ilford Galerie FB-Papier auf den Markt, das in den heute im Bereich der Farbaufnahmen üblichen Laserbelichtern verarbeitet werden kann. Das Material ist in einer maximalen Breite von 127 Zentimetern als Rollenware mit 50 Metern Länge lieferbar. Es ist damit hinsichtlich der Belichtung technisch kompatibel mit den heute für die Belichtung von Großformaten eingesetzten Farbpapieren. In der Größe sind die realisierbaren Formate einerseits durch die Breite des Papier (125 Zentimeter Nutzbreite) begrenzt, was auf die Fertigungsbreite der heute üblichen Papiermaschinen zurückzuführen ist, andererseits durch die Abmessungen der Trommel des Laserbelichters. Bei Bühler sind das genau die 306 Zentimeter, die der Océ LightJet 500 XL bietet.

Ausgangsmaterial für die Belichtung sind heute keine analogen Filmmaterialien mehr, sondern digitale Bilddateien. Analoges Material muss wie bei Farbaufnahmen in einem ersten Schritt eingescannt werden. Belichtet wird das Barytpapier dann in einem Océ LightJet 500 XL. Die LightJets wurden seit Mitte der 1990er-Jahre in Vancover/Kanada produziert. Der 500 XL wurde im Jahre 2002 von der Océ Display Graphics Systems Inc.erstmals vorgestellt. Das seit 2009 zu Canon gehörende Unternehmen Océ hat die Produktion der Belichter zwar inzwischen eingestellt, bietet jedoch noch Wartungsverträge für die heute noch genutzten, der insgesamt etwa 1000 produzierten Maschinen. Und so prangt auf dem LightJet bei Bühler inzwischen ein kleiner Canon-Aufkleber mit den wichtigsten Angaben zum Wartungsvertrag.

(Bild: Manfed Winkler, Freiburg http://mww-images.com)

In der Trommel des LightJets erfolgt die zeilenweise Belichtung mit drei (RGB/rot, grün, blau) Laserstrahlen. Der Laserstrahl trifft bei der Belichtung daher immer im definierten Winkel von 90 Grad auf das zu belichtende Papier. Verzerrungen, wie sie bei anderen Laserbelichtern nicht zu vermeiden sind, treten bei dieser Technik nicht auf. Anders als bei Farbpapieren, für die es von den Herstellern die entsprechende Targets für die Verarbeitung gibt, mussten sich die Mitarbeiter bei Bühler die Parameter für die Verarbeitung für das Barytpapiers selbst ermitteln.