Head-up-Display zum Nachrüsten

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Den Nutzen begründet der Hersteller vor allem mit der Reifendruckanzeige, denn zu geringer Luftdruck führt bekanntlich zu Mehrverbrauch und der Druckabfall an einem einzelnen Rad kann ein Sicherheitsrisiko darstellen. Ob allerdings ein Konzept sinnvoll ist, bei dem permanent in bunten Farben Fahrzeugdaten an die Frontscheibe gespiegelt werden, die zudem fürs Fahren größtenteils irrelevant sind, ist zweifelhaft. Nicht einmal die Helligkeit der Darstellung lässt sich laut Anbieter individuell einstellen, sie wird demnach ausschließlich mithilfe eines Helligkeitssensors geregelt.

Bei der Entwicklung werksseitig verbauter Head-up-Displays wird dagegen möglichst genau untersucht, welche Informationen Autofahrer wann brauchen und was ihnen physiologisch zugemutet werden kann. Eine Reifendruckanzeige zum Beispiel ist weitgehend sinnlos, solange kein Warnbedarf besteht. Informationen über Gaspedalstellung oder Motorlast kann man getrost als Spielerei bezeichnen. Und sollte die Anzeige tatsächlich dem entsprechen, was die Abbildungen des Anbieter suggerieren, dürfte die Gefahr durch Ablenkung höher sein als der Nutzen. Zudem ist der Abstand des virtuell projizierten Bildes bei echten Head-up-Display genau austariert, damit das Auge möglichst nicht akkomodieren muss – mindestens 2 Meter sind dafür notwendig, eine Anforderung, die das Mobiset-Gerät nicht annähernd erfüllt.

Sofern sich Käufer über diese Einschränkungen im Klaren sind, kann das "Head-up-Display" noch als nettes Spielzeug durchgehen, ein echter Sicherheitsgewinn ist aber angesichts des überbordenden Informationsangebots und der improvisierten Informationstechnik kaum erkennbar. (ggo)