Pixelpark warnt vor substanziellem Verlust
Die Insolvenz eines Unternehmens, an dem Pixelpark mit knapp 30 Prozent beteiligt ist, sowie Abschreibungen und Restrukturierungskosten fĂŒhrten zu einem Verlust in Höhe der HĂ€lfte des Eigenkapitals, warnt das Unternehmen.
Die Berliner Pixelpark AG [1] gerĂ€t unter anderem durch die Insolvenz einer Beteiligung in finanzielle BedrĂ€ngnis. Es sei mit einem Verlust von mehr als der HĂ€lfte des Grundkapitals zu rechnen, warnte der neue Vorstand des New-Economy-Veteranen in einer Pflichtmitteilung [2] vom heutigen Donnerstag. Als Ursachen gibt das Unternehmen die Insolvenz der Hamburger Emprise AG [3], an der Pixelpark mit knapp 30 Prozent beteiligt ist, sowie RĂŒckstellungen fĂŒr die Konzernsanierung und Abschreibungen an. Dem Aktiengesetz folgend will der Vorstand nun eine auĂerordentliche Hauptversammlung einberufen. Im Halbjahresbericht 2008 ist das Eigenkapital der Aktiengesellschaft mit 22,3 Millionen Euro ausgewiesen.
Pixelpark unterzieht sich derzeit einer umfangreichen Restrukturierung [4] und hatte sich zur Finanzierung im vergangenen Herbst frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Bereits im Halbjahresbericht 2008 [5] hatte das Unternehmen Wertberichtungen bei bilanzierten Firmenwerten vornehmen mĂŒssen und dafĂŒr 9,6 Millionen Euro abgeschrieben. Durch die gestern angemeldete Insolvenz der Emprise AG drohen nun weitere Abschreibungen. Der Hamburger IT-Dienstleister steht bei Pixelpark mit ĂŒber 2 Millionen Euro in den BĂŒchern. Zudem sollen die Berliner den Hamburgern einige Kredite ĂŒber insgesamt 1,2 Millionen Euro gewĂ€hrt haben.
Die Emprise AG hatte wegen ZahlungsunfĂ€higkeit am Mittwoch beim Hamburger Amtsgericht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt [6]. Das Unternehmen hatte im Rahmen seiner SanierungsbemĂŒhungen bei der Suche nach neuen Investoren kurz zuvor einen RĂŒckschlag hinnehmen mĂŒssen. Ein ungenannter Investor hatte sich im Dezember grundsĂ€tzlich bereit erklĂ€rt, die Aktienmehrheit zu ĂŒbernehmen, dies aber an Bedingungen geknĂŒpft. In der vergangenen Woche waren die Verhandlungen gescheitert [7], nach Unternehmensangaben aufgrund "fehlender BeitrĂ€ge weiterer Investoren". Die BemĂŒhungen um eine Sanierung sollen ebenso fortgefĂŒhrt werden wie der GeschĂ€ftsbetrieb der Tochtergesellschaften.
Die Pixelpark AG kommt damit nach bewegter Vergangenheit weiter nicht zur Ruhe. Nach einer spektakulÀren Elefantenhochzeit mit dem Konkurrenten E7 war der Kommunikationsdienstleister im Jahr 2007 wieder in die roten Zahlen [8] gerutscht. Ein Versuch, das KerngeschÀft in Form der Kommunikationsparte zu verkaufen [9], war im Sommer vergangenen Jahres gescheitert. Daraufhin nahm [10] im September der langjÀhrige CEO Michael Riese aufgrund "unterschiedlicher Auffassungen" seinen Hut. (vbr [11])
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[3] http://emprise.de/
[4] https://www.heise.de/news/Pixelpark-will-Kosten-senken-211210.html
[5] http://pixelpark.de/de/pixelpark/investor-relations/investor-news/ad-hoc-mitteilungen/2008/20080930.html
[6] http://emprise.de/emprise.shtml?id=4317
[7] http://emprise.de/emprise.shtml?id=4315
[8] https://www.heise.de/news/Pixelpark-wieder-in-den-roten-Zahlen-204000.html
[9] https://www.heise.de/news/Pixelpark-erwaegt-Verkauf-des-Kerngeschaefts-207958.html
[10] https://www.heise.de/news/Pixelpark-wechselt-Vorstandschef-aus-203277.html
[11] mailto:vbr@heise.de
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