Rassistisches Werbevideo von Volkswagen: "Keine rassistische Intention"

Der Konzern hat sich eingehend mit einem als rassistisch kritisierten Werbevideo befasst und zieht daraus Konsequenzen.

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Rassistisches Werbevideo von Volkswagen: "Keine rassistische Intention"

Ein Screenshot aus dem auf Instagram im Namen von VW geposteten Spots.

(Bild: Volkswagen)

Lesezeit: 2 Min.

Volkswagen schafft als Reaktion auf ein als rassistisch kritisiertes Werbevideo ein unabhängiges Expertengremium für Diversity. Außerdem sollen Mitarbeiter*innen verstärkt auf kritische Inhalte und Symbolik geschult werden, teilte der Konzern mit.

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Nach heftiger Kritik an einem auf Instagram geposteten Werbespot fĂĽr den neuen Golf hatte sich Volkswagen entschuldigt und das Video entfernt. Die kurze Sequenz zeigt einen schwarzen Mann, der von einer riesigen weiĂźen Hand durchs Bild geschoben und anschlieĂźend in den Eingang eines Hauses geschnippt wird.

Während der Produktion des Videos hätten "keinerlei rassistische Intentionen eine Rolle gespielt", teilte Volkswagen mit . Zuvor habe die Konzernrevision rund 400 Dateien mit über 16,5 GB Datenvolumen ausgewertet und mit Mitarbeiter*innen gesprochen, unter anderem im Marketing, der Beschaffung und der Rechtsabteilung sowie mit den beteiligten externen Agenturen.

"Wir haben fehlende interkulturelle Sensibilität und prozessuale Fehler festgestellt. Daraus ziehen wir nun gezielte Konsequenzen", sagte Hiltrud D. Werner, Konzernvorständin für Integrität und Recht. "Wir brauchen eine Prüfung außerhalb des Kontextes. Jeder einzelne Clip muss auch ohne Gesamtzusammenhang unmissverständlich und unkritisch sein", sagte VWs Marketing-Chef Jochen Sengpiehl.

Bei Volkswagen selbst und auf Agenturseite soll es einen "festen Freigabe-Checkpoint" geben. Dafür soll ein "unabhängiges Board mit Diversity-Expert*innen" geschaffen werden, die nichts mit dem Kreativprozess zu tun haben. Sie sollen nur kreative Inhalte auf potenziell verletzende, diskriminierende und anderweitig kritische Elemente checken und filtern.

Die Teams sollen heterogener und diverser zusammengestellt werden. Eine übergreifende Social-Media-Organisation soll besser reagieren und steuern als es bisher bei Volkswagen möglich war.

(anw)