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VolkszÀhlung 2011 startet in die operative Phase

Richard Sietmann

Das Statistische Bundesamt hat den Fahrplan fĂŒr den Zensus 2011 vorgestellt, mit dem sich die Bundesrepublik nach dem letzten Zensus 1987 wieder in den international ĂŒblichen 10-Jahres-Rhythmus von VolkszĂ€hlungen einreihen soll.

Das Statistische Bundesamt hat am heutigen Mittwoch den Fahrplan fĂŒr den Zensus 2011 [1] vorgestellt, mit dem sich die Bundesrepublik nach dem letzten Zensus 1987 wieder in den international ĂŒblichen 10-Jahres-Rhythmus von VolkszĂ€hlungen einreihen soll. Damit wird Deutschland einer EU-Verordnung nachkommen, deren erste Lesung im Europaparlament im Februar vorgesehen ist und die voraussichtlich noch in diesem Jahr in Kraft tritt. FĂŒr die Erhebung wird erstmals nur rund ein Drittel der Bevölkerung direkt befragt: Dabei handelt es sich um die Teilnehmer einer Stichprobe von sieben bis neun Prozent der BĂŒrger sowie sĂ€mtliche EigentĂŒmer von GebĂ€uden oder Wohnungen; fĂŒr beide Gruppen besteht eine Auskunftspflicht. Den ĂŒberwiegenden Teil der Angaben gewinnt die amtliche Statistik jedoch aus den Melderegistern sowie den DatenbestĂ€nden der Bundesanstalt fĂŒr Arbeit.

"Der Zensustest im Jahre 2001 hat eine verlĂ€ssliche Entscheidungsgrundlage geliefert, dass ein registergestĂŒtztes Verfahren zusammen mit einer ergĂ€nzenden Stichprobenerhebung die benötigten Daten in der gleichen QualitĂ€t wie eine traditionelle VolkszĂ€hlung liefern kann", erlĂ€uterte die zustĂ€ndige Leiterin der Abteilung "Bevölkerung, Bildung, Staat" im Statistischen Bundesamt [2], Dr. Sabine Bechtold, heute in Berlin. Trotz des Methodenwechsels habe der Datenschutz oberste PrioritĂ€t. "FĂŒr den Zensus 2011 gemachte Angaben dĂŒrfen und werden nicht in die Verwaltung fließen", bekrĂ€ftigte sie. "Es muss niemand befĂŒrchten, dass ihm durch wahrheitsgemĂ€ĂŸes AusfĂŒllen eines Fragebogens ein Nachteil entsteht." SĂ€mtliche Auskunftspflichten werde man auch ĂŒber das Internet erledigen können.

Nachdem das Zensusvorbereitungsgesetz [3] am 13. Dezember in Kraft getreten ist, werden jetzt die Voraussetzungen fĂŒr die in diesem Jahr beginnenden Datenlieferungen geschaffen. Das Zensusvorbereitungsgesetz [4] (PDF-Datei) regelt, dass beim Statistischen Bundesamt ein Anschriften- und GebĂ€uderegister aufgebaut wird, das zur Steuerung der verschiedenen Teilerhebungen, zur DurchfĂŒhrung der GebĂ€ude- und WohnungszĂ€hlung ĂŒber die schriftliche Befragung der EigentĂŒmer sowie zur ZusammenfĂŒhrung der Datenquellen dient. Ab dem 1. April wird dieses Register mit Anschriftendaten der KatasterĂ€mter und mit einem ersten Abzug der Melderegister befĂŒllt. Im April 2010 ist dann eine weitere Lieferung von Melderegisterdaten vorgesehen. Der Zensusstichtag selbst wird voraussichtlich im Mai 2011 liegen.

Zur Zeit laufen die Vorbereitungen fĂŒr das ZensusdurchfĂŒhrungsgesetz. "Das Gesetzgebungsverfahren werden wir in diesem Jahr hoffentlich abschließen", erklĂ€rte Bechtold. Bei den Erhebungsmerkmalen – demografische Daten wie Alter und Geschlecht, Erwerbsstatus und Bildungsabschluss, HaushaltsgrĂ¶ĂŸe und Familientyp, Angaben zu GebĂ€ude oder Wohnung – orientiere sich die Bundesregierung an dem in der bevorstehenden EU-Verordnung [5] festgelegten Pflichtprogramm. Diese Pflichtmerkmale können auf nationaler Ebene zwar erweitert werden und das Bundesinnenministerium hat eine wissenschaftliche Kommission eingesetzt, die hierzu VorschlĂ€ge erarbeiten soll, doch die VolkszĂ€hlungsmanagerin ließ keinen Zweifel, was die amtlichen Statistiker von einer Erweiterung der Erhebung halten: "Jedes zusĂ€tzliche Merkmal bedeutet auch einen zusĂ€tzlichen Aufwand", warnte sie. Zudem sei es nicht Aufgabe eines Zensus, zu jeder tagesaktuellen Fragestellung eine Antwort zu geben. "Der Zensus ist nicht die Datenquelle, um mal alle DatenwĂŒnsche loszuwerden."

Siehe dazu auch:

(Richard Sietmann) / (jk [22])


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[4] http://www.bgblportal.de/BGBL/bgbl1f/bgbl107s2808.pdf
[5] https://www.heise.de/news/EU-Verordnung-zur-Volkszaehlung-verzoegert-sich-169212.html
[6] https://www.heise.de/news/EU-Verordnung-zur-Volkszaehlung-verzoegert-sich-169212.html
[7] https://www.heise.de/news/Weg-frei-fuer-die-Vorbereitung-der-Volkszaehlung-200485.html
[8] https://www.heise.de/news/EU-Abgeordnete-fordern-besseren-Datenschutz-bei-der-Volkszaehlung-199069.html
[9] https://www.heise.de/news/Vorbereitung-der-Volkszaehlung-fuers-Erste-gestoppt-194069.html
[10] https://www.heise.de/news/Datenschuetzer-gegen-Ausweitung-der-Volkszaehlung-185555.html
[11] https://www.heise.de/news/Bundesrat-beharrt-auf-genauerer-Volkszaehlung-184546.html
[12] https://www.heise.de/news/Neue-Forderung-zur-Ausweitung-der-Volkszaehlung-182375.html
[13] https://www.heise.de/news/Weg-frei-fuer-registergestuetzte-Volkszaehlung-Update-177165.html
[14] https://www.heise.de/news/Bundesrat-fuer-umfassendere-Volkszaehlung-und-gegen-Open-Access-177656.html
[15] https://www.heise.de/news/Registergestuetzte-Volkszaehlung-soll-ausgeweitet-werden-175265.html
[16] https://www.heise.de/news/Bundeskabinett-verabschiedet-Zensusvorbereitungsgesetz-162625.html
[17] https://www.heise.de/news/Bundesregierung-beschliesst-registergestuetzte-Volkszaehlung-156851.html
[18] https://www.heise.de/news/oesterreichische-Volkszaehlungsplaene-stossen-auf-Kritik-156903.html
[19] https://www.heise.de/news/Institut-fordert-umfassende-Volkszaehlung-128733.html
[20] http://www.heise.de/kiosk/archiv/ct/1999/19/268
[21] http://www.statistik-portal.de/Statistik-Portal/zensus/
[22] mailto:jk@heise.de