"Uber wird sterben"

Alle reden über Uber, aber nicht mit dem umstrittenen US-Unternehmen. Mitbewerber Blacklane will das ändern und hat die Branche zum Dialog nach Berlin eingeladen, um die dicke Luft zu klären. Immerhin ein Anfang

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"Uber wird sterben"
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Berlin, 19. September 2014 – Fabien Nestmann kann mit offener Ablehnung ganz gut umgehen. Das muss er auch: Der Deutschlandchef des US-Unternehmens Uber darf sich der innigen Feindschaft des deutschen Taxigewerbes sicher sein. Das liegt weniger an Nestmanns Persönlichkeit, als an seinem Job – und seinem Boss Travis Kalanick. Der Uber-CEO hat mit seiner hemdsärmeligen Art und gezielten Invektiven gegen das Taxigewerbe die Beziehung nachhaltig belastet.

Entsprechend gereizt ist die Stimmung, als Nestmann und zahlreiche Vertreter des Taxigewerbes auf einer Konferenz in Berlin zusammentreffen, die sich mit der Mobilität im Wandel befassen will. Aber sie sind alle hier, und damit kann Gastgeber Jens Wohltorf schon einen Erfolg verbuchen, bevor es überhaupt losgeht. Der CEO des Berliner Limousinenvermittlers Blacklane will alle an einen Tisch bringen, damit die nicht nur über Anwälte und die Medien kommunizieren. "Wir wollen einen Schnitt machen", sagt Wohltorf.

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Will eigentlich gar nicht mit Uber reden: Taxifunktionär Michael Müller trifft auf Uber-Chef Fabien Nestmann.
(Bild: dpa)

Es gibt Redebedarf, ohne Zweifel. Kein Unternehmen polarisiert derzeit so stark wie Uber. In Deutschland vermittelt das mit viel Risikokapital gepäppelte US-Startup Limousinen (UberBLACK) und Privatchauffeure (UberPOP) über seine App. Besonders UberPOP erhitzt die Gemüter: Das Geschäftsmodell halten nicht nur die Taxifahrer für illegal, sondern auch zuständige Behörden und die bisher damit befassten Gerichte. Trotzdem macht Uber weiter. "Es gibt viel zu besprechen", meint Nestmann, der übrigens mit dem Taxi gekommen ist. Viel sagt er dann aber nicht, es laufen ja Gerichtsverfahren. Es entsteht auch der Eindruck, der aus den USA vorgegebene Kommunikationskorridor ist nicht besonders breit.

Zum Dialog bekennt sich auch Michael Müller. "Wir sind grundsätzlich bereit, über alles zu reden", sagt der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands (BZP). Aber nicht mit allen: Wer sich nicht an die Gesetze halte, mit dem werde nicht verhandelt. Ubers Geschäftsgebaren nennt er "kriminell". Wenn es konkreter wird, wiegelt Müller ab. Bei der Rückkehrpflicht für Mietwagen etwa, von Wohltorf und anderen Branchenvertretern als möglicher Ansatzpunkt für Reformen identifiziert, sieht Müller "keinen akuten Handlungsbedarf".