Zurück zu den Wurzeln
Transparenter will der Club auch bei seinen Zahlen werden. Zur Bilanz-Pressekonferenz am 30. Juni werde der ADAC auch die Struktur seiner Firmenbeteiligungen offenlegen. Laut Geschäftsführerin Marion Ebentheuer hat der Verein ein Vermögen von rund einer Milliarde Euro, alle ADAC-Vereine zusammen eine Bilanzsumme von 3,5 Milliarden Euro.
Markl bleibt erstmal an der Spitze. Wie erwartet verschob der ADAC die Neuwahl seines Präsidenten. Frühstens auf einer außerordentlichen Versammlung am 6. Dezember, spätestens aber im Mai 2015 auf der planmäßigen Tagung des Gremiums in Bochum, solle der Posten neu besetzt werden. Markl war kommissarisch eingesetzt worden, nachdem Peter Meyer im Zuge des Skandals Mitte Februar zurückgetreten war.
Whistle-Blower-System
ADAC-Beirätin Edda Müller, Deutschland-Chefin von Transparency International, mahnte grundlegende Reformen an. Auch die bisherigen personellen Konsequenzen reichten nicht aus. „Damit ist die ADAC-Welt längst nicht wieder in Ordnung“, sagte sie in Saarbrücken. Der aus dem Saarland stammende Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) ermutigte den Club: „Ich habe als Kind gelernt: Es ist keine Schande hinzufallen. Es ist eine Schande nicht wieder aufzustehen.“
Nicht nur dabei setzt der ADAC auf Hilfe von außen. Einen weiteren Beitrag erhofft sich der Club von einem Whistle-Blower-System. Über ein via Internet benutzbares Portal kann Jedermann auch anonym Hinweise auf Unregelmäßigkeiten oder Verstöße geben. Die Meldungen werden nicht vom Autofahrerclub selbst verarbeitet, sondern gehen an eine externe Anwaltskanzlei, um die Unabhängigkeit der Überwachung zu gewährleisten. Solche Systeme gibt es auch bei großen Unternehmen.
Der ADAC war nach dem Bekanntwerden von Fälschungen beim Autopreis „Gelber Engel“ im Januar in eine tiefe Vertrauenskrise geraten. In der Folge musste sich der Autofahrerclub immer neuen Vorwürfen stellen. Rund 290.000 Mitglieder kehrten dem Verein seither den Rücken. Den seit Jahren anhaltenden Zustrom neuer Mitglieder konnte das aber nur deutlich bremsen. Zum 30. April hatte der ADAC 18.960 216 Mitglieder, immerhin 17.415 mehr als zu Jahresanfang.
(dpa) (fpi)