Festplattenplatz via iSCSI
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Linux als iSCSI-Target
Auf einem Debian-verwandten Linux-System wie Ubuntu lässt sich der iSCSI-Server bequem mit der Paketverwaltung nachinstallieren:
sudo apt-get install iscsitarget
Die Konfigurationsdatei /etc/ietd.conf definiert die Freigaben. Im einfachsten Fall genĂĽgen dafĂĽr zwei Zeilen:
Target iqn.2009-02.local:ctsan Lun 0 Path=/dev/sda3,Type=fileio
Diese Angaben machen die iSCSI-Freigabe unter dem hinter Target angegebenen "iSCSI qualified name" (IQN) bekannt. Der kryptische String beginnt mit "iqn.", gefolgt von einer Jahreszahl und einer Monatsangabe, an die sich ein Domainname anschließt. In einem kleinen Netz kann man den Domainnamen beliebig wählen. Die Angabe des Jahres und des Monats ist im iSCSI-Standard vorgesehen, weil Domainnamen verfallen oder den Besitzer wechseln können. Hinter dem Doppelpunkt legt man einen frei wählbaren Bezeichner fest.
Die zweite Zeile bestimmt das freigegebene Speichermedium, im Beispiel ist es die komplette Partition /dev/sda3. Die Linux-Software akzeptiert hier beliebige Blockgeräte, LVM-Volumes und sogar Image-Dateien. Ein leeres, 4 GByte großes Image erstellt man etwa mit dem dd-Befehl:
dd if=/dev/zero of=image1.img bs=1K count=4M
Der Standardmodus fileio eignet sich sowohl für Images als auch für Partitionen. Mit der Option blockio reicht der iSCSI-Server die Zugriffe direkt auf ein Gerät durch und umgeht den Linux-Cache, was laut der Dokumentation bei bestimmten Server-Hostadaptern Vorteile verspricht.
Ist die Konfigurationsdatei angepasst, genĂĽgt es, den iSCSI-Server neu zu starten, um die Freigabe zu aktivieren:
sudo /etc/init.d/iscsitarget restart
Unter Windows kann man nun versuchen, das frisch definierte iSCSI-Laufwerk einzubinden. Den dafür nötigen "iSCSI-Initiator" findet Vistas Startmenü-Suchfeld. Für Windows XP bietet Microsoft den Initiator mit identischer Oberfläche zum Download an. Auf dem Reiter "Suche" lässt sich ein neues "Portal" mit der IP-Adresse des Linux-Servers hinzufügen.
Sogleich sollten auf der Seite "Ziele" die zuvor erstellten iSCSI-Freigaben auftauchen, die sich mit einem Mausklick auf "Anmelden" einbinden lassen. In der Datenträgerverwaltung erscheint daraufhin eine neue Festplatte. Wenn der iSCSI-Speicher noch leer ist, schlägt Windows wie bei einer fabrikneuen Platte vor, sie mit einem Master Boot Record oder als GPT-Datenträger zu initialisieren, sodass sie sich anschließend partitionieren und formatieren lässt.