Ganz virtuelle Netze

Seite 4: Vorkonfigurierte Netze

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Eine Besonderheit bieten die beiden virtuellen Switches VMnet1 und VMnet8. Ihnen sind zwei logische Netzwerkkartentreiber zugewiesen, die VMware während der Installation auf dem Host einrichtet. Sie erscheinen in der Netzwerkkonfiguration des Host als "VMware Network Adapter VMnet1 (Host-only)" und "VMware Network Adapter VMnet8 (NAT)". Aus Sicht des Host handelt es sich um normale Netzwerkadapter, allerdings sind sie nicht an einen physischen Switch, sondern an ein VMnet angeschlossen. Damit kommuniziert der Host direkt mit den virtuellen Netzen, auch ohne physischen Link.

Beispielsweise deaktiviert Windows XP bei abgezogenem Patchkabel die Netzwerkkarte auf dem Host, wodurch eine Bridged-Verbindung ihren Kontakt zu den VMs verlieren wĂĽrde. Mit einer Host-only-Verbindung gelingt der Zugriff auf die VMs auf dem Laptop immer, auch unterwegs.

Der Verkehr über die logischen Adapter ist nicht grundsätzlich isoliert. Mit den richtigen Routing-Einträgen könnte ein LAN-Client über den Host das interne Test-Netzwerk erreichen. Unter "Host –> Virtual Network Settings –> Host Virtual Adapters" lassen sich weitere logische Adapter definieren, was aber in der Praxis selten notwendig sein dürfte.

Zusätzlich läuft im VMnet1 und VMnet8 ein virtueller DHCP-Server für die Gäste und die virtuelle Netzwerkkarte des Hosts, die mit in diesem vSwitch steckt.. VMware konfiguriert die beiden logischen Host-Adapter mit der ersten IP-Adresse aus dem DHCP-Bereich. Holt ein Gast im VMnet1 oder VMnet8 seine IP-Konfiguration per DHCP, funktioniert die Kommunikation mit dem Host auf Anhieb. Den internen IP-Bereich kann der Anwender bei Bedarf über den kleinen Pfeil rechts neben jedem VMnet anpassen.

Über den Reiter "DHCP" der Virtual Network Settings lässt sich bei Bedarf für jedes VMnet ein DHCP-Server einschalten. Aber Vorsicht: Ein DHCP-Server in einem bridged VMnet liefert Adressen auch ins physische LAN. Da das Ausfall des Netzwerks führen kann, sollten virtuelle Server kein DHCP nutzen, sondern unveränderliche feste IP-Adressen.

Im VMnet8 läuft als weiterer Dienst ein Software-Router, der die "Network Address Translation" (NAT) beherrscht. Damit kommunizieren die Gäste unter der Identität des Host, ähnlich wie hinter einem DSL-Router, der für mehrere PCs die gleiche öffentliche IP nutzt. Damit die VMs den virtuellen NAT-Router als Default-Gateway verwenden, verteilt der DHCP-Server im VMnet8 diese Einstellung gleich mit.