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Bedienkonzept
Der Umgang mit dem iPhone könnte kaum einfacher sein. Alle Apps und Bookmarks liegen auf derselben Ebene, dem Startbildschirm. Man weiß immer, wo man suchen muss. Die Apps blenden alle für den jeweiligen Kontext sinnvollen Bedienfelder auf dem Touchscreen ein. Eine Bedienungsanleitung? Ein Ding aus einer anderen Zeit. Auch die optische Klarheit der Oberfläche fasziniert: zwanzig Symbole pro Seite, identisch in Größe und Form. Löscht man eine App – einmal lang, einmal kurz antippen –, entsteht eine Lücke, die die strenge Symmetrie sprengt. Das dulden die meisten Nutzer nicht lange. Sie schubsen Symbole umher, bis die iPhone-Welt wieder aufgeräumt ist.
Im Vergleich dazu herrscht auf dem Planeten Android fröhliche Anarchie. Symbole gibt es in allen erdenklichen Gestalten. Sogar mit Ordnern und „Widgets“ – zum Beispiel To-Do-Listen oder RSS-Feeds – kann man den Startbildschirm zupflastern. Wer will, darf ihn komplett leerfegen. Um alle Apps zu sehen, wechselt man ins Hauptmenü; um eine App zu löschen, zu einer weiteren Liste im Einstellungsmenü. Durch diese mehrschichtige Struktur navigiert man auf dem Nexus One per Touchscreen und mit den vier etwas störrischen Sensortasten „Zurück“, „Home“, „Suchen“ und „Kontextmenü“. In letzterem verbergen sich beim Startbildschirm und den meisten Anwendungen essenzielle Funktionen, zum Beispiel „E-Mail verfassen“ oder „Termin hinzufügen“. Manchmal kommt man per Doppeltipper oder durch langes Drücken schneller ans Ziel, das muss man aber durch Ausprobieren selbst herausfinden. Außerdem erwischt man die Sensortasten oft aus Versehen, weil sie zu dicht am Touchscreen liegen. Besonders im Fall von „Home“ nervt das.
Schieben zum Entsperren, wischen zum Scrollen, zwei Finger spreizen zum Zoomen, all diese Gesten gelingen auf beiden Telefonen auf Anhieb. Beide reagieren meist ohne merkliche Verzögerung, wobei das iPhone zum Beispiel die Bildschirmtastatur noch einen Tick schneller einblendet als das Nexus. Beim Scrollen auf dem iPhone fließen Symbole und Textzeilen flüssig über den Schirm, beim Nexus ruckeln sie. Beide Telefone rotieren den Bildschirminhalt, wenn man sie auf die Seite kippt, und auf beiden Tastaturen erzielt man mit der Zeigefingerspitze hohe Trefferquoten. Schaltet man in den Turbomodus (zwei Daumen), sind Vertipper programmiert, die die Autokorrektur manchmal ausbügelt.