Verbindung halten

Seite 2: Vermittlungsstellen

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Die meisten der zahlreichen VoIP-Anbieter stellen Dienste nach dem SIP-Standard (Session Initiation Protocol) bereit. SIP dient nur zur Etablierung und Steuerung von Datenströmen und nutzt üblicherweise den UDP-Port 5060 für die Kommunikation mit dem Server. Für die eigentliche Audioübertragung ist das Realtime Transport Protocol (RTP) zuständig. Server und Endgerät handeln den für den Audiostream verwendeten Port dynamisch aus.

SIP-konforme Hard- und Software wie SIP-Clients und Telefonieprogramme, sogenannte Softphones, funktionieren mit den meisten Anbietern, obgleich einige auch vorkonfigurierte Apps fĂĽrs iPhone und andere Smartphones bereitstellen.

Die Android-App Sipdroid lässt sich auf verschiedene SIP-Anbieter einstellen und erlaubt Verbindungen über die Mobilfunknetze.

Die einfachsten SIP-Zugänge erfordern nur eine Anmeldung beim VoIP-Provider und verursachen keine monatlichen Kosten; Telefonate in Fest- und Mobilnetze werden über ein Prepaid-Guthaben abgerechnet. Viele haben auch eine Festnetz-Flatrate im Angebot. Hin und wieder findet man Angebote für DSL-Telefonie, was als Marketing-Name für VoIP nach dem SIP-Standard die große Zielgruppe der DSL-Kunden ansprechen soll.

Wer die Internettelefonie ausprobieren will oder nur gelegentlich – beispielsweise im Urlaub – VoIP-Gespräche führen will, für den ist ein einfacher Zugang mit Prepaid-Guthaben richtig. Die Festnetz-Flatrates lohnen sich eher als Festnetzersatz.

Statt einer Rufnummer benutzen die SIP-Dienste eine spezielle Internet-Adresse (URI). Um aus den normalen Telefonnetzen erreichbar zu sein, vergeben die Anbieter Rufnummern aus dem Ortsnetz, in dem der Teilnehmer gemeldet ist. Meist wird dafür eine Einrichtungsgebühr fällig, zum Teil berechnen sie auch Gebühren pro Monat oder Jahr. Nur wenige Anbieter wie Avego oder Sipgate stellen sie gratis bereit.

Teuer wird das Voipen in Mobilfunknetze, hier sind zumindest bei Inlandsgesprächen Prepaid-Karten von Anbietern wie Fonic, Simyo oder Blau.de mit 9 ct/min deutlich günstiger. Im Ausland sollte man die Verbindungspreise mit denen günstiger Prepaid-Karten von lokalen Anbietern vergleichen, die oftmals Sparangebote für Anrufe nach Deutschland anbieten.

Wer sich für eine Flatrate interessiert, sollte den Zugang zunächst testen, da SIP-Verbindungen an manchen DSL-Routern mit NAT (Network Address Translation) scheitern. SIP und RTP übermitteln ihre lokalen IP-Adressen, die der VoIP-Server wegen der NAT nicht findet. Abhilfe schafft ein STUN-Server (Session Traversal Utilities for NAT), der statt des SIP-Verbindungsservers eingetragen wird und von den meisten VoIP-Anbietern bereitgestellt wird. Dieser schickt ein Paket mit der öffentlichen IP-Adresse und dem Port zurück, die das Endgerät dann für die erfolgreiche Verständigung mit dem VoIP-Server nutzt. Fehlt ein STUN-Server, hilft bei NAT-Problemen ein Provider-Wechsel.

Eine weitere Alternative ist der VoIP-Dienst Skype. Seine proprietäre Verbindungstechnik funktioniert auch, wenn der Client hinter einem NAT-Router betrieben wird. Selbst mit den Datendiensten der Mobilfunknetze kommt er klar.

Skype stellt seine Client-Software für viele Plattformen bereit, darunter auch fürs iPhone und Symbian-Smartphones. Die Installation klappt einfach und ohne langes Konfigurieren. Nach Anmelden und Kontaktaufnahme mit dem Netz erscheint die Liste mit persönlichen Kontakten, die auch anzeigt, wer gerade online ist und angerufen werden kann. Ist dies nicht der Fall, kann man auch eine Textnachricht schreiben – ein Instant Messenger gehört zum Funktionsumfang von Skype.

Skype setzt als proprietärer Dienst nicht auf die Standard-Codecs und benutzt stattdessen hochwertigere, die trotz stärkerer Kompression der Daten eine bessere Klangqualität liefern. Wer eine Webcam oder ein Notebook mit eingebauter Kamera besitzt, kann mit der Skype-Software auch Videogespräche führen – ausreichend schnelles DSL vorausgesetzt.

Weit über 100 Millionen registrierte Nutzer sind weltweit kostenlos direkt unter ihrem Skype-Namen erreichbar. Die Preise für Gespräche ins deutsche Festnetz fallen mit rund zwei Cent pro Minute verglichen mit anderen VoIP-Anbietern dagegen recht hoch aus. Will man aus den Telefonnetzen auf seinem Skype-Account angerufen werden, benötigt man wie bei den SIP-Diensten eine normale Rufnummer. Bei Skype heißen diese Nummern Online-Nummern und stehen in 25 Ländern bereit, etwa in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz – nicht aber in Österreich. Skype kassiert dafür happige 17,25 Euro pro Quartal oder 57,50 Euro pro Jahr.