Software-Perlen bei Microsoft

Seite 4: Server 2003 Resource Kit

Inhaltsverzeichnis

Das Server 2003 Resource Kit enthält vor allem Tools, die das Verwalten von Windows-Servern erleichtern. Bei den meisten handelt es sich um Befehlszeilenprogramme, die wir im Folgenden kurz charakterisieren.

actinfo.dll erweitert das Informationsangebot im MMC-Snap-In "Active Directory-Benutzer und -Computer". Die DLL steckt im Server 2003 Resource Kit und in den ALTools. Vor der Verwendung registriert man die Datei mit regsvr32 <Pfad zur Datei>\acctinfo.dll. Anschließend erscheint im Snap-In eine neue Registerkarte namens "Additional Account Info". Dort nennt etwa die Schaltfläche "Domain PW Info" ausführlichere Informationen über die Kennworteinstellungen der Domäne.

admx.msi dient zum Verifizieren von ADM-Vorlagendateien fĂĽr Gruppenrichtlinien. Es kann entweder GPO-Settings in eine Textdatei exportieren oder zwei ADM-Dateien vergleichen, um Unterschiede von verschiedenen Betriebssystemen aufzudecken.

cleanspl.exe entfernt Druckereinstellungen und Spooldateien von einem Server, wenn ein Druckertreiber Probleme bereitet.

clearmem.exe löscht den Datei-Cache im Arbeitsspeicher, nachdem das zugreifende Programm beendet wurde, und setzt so ein noch bestehendes File Lock zurück.

clusdiag.msi (Cluster Diagnostics and Verification Tool) dient zum ĂśberprĂĽfen und Debuggen von Windows Clustern.

cmdhere.inf (Command Here) ist eine praktische Explorer-Erweiterung. Sie installiert im Kontextmenü eine Option, über die man eine Befehlszeile im gewählten Verzeichnis öffnen kann.

cmgetcer.dll (Connection Manager Certificate Deployment Tool) stellt Zertifikate bereit. Das Tool erlaubt Clients, sich kurzzeitig ĂĽber das weniger sichere PPTP zu verbinden, um ein digitales Zertifikat zu besorgen. Nach dem anschlieĂźenden Verbindungsabbruch nur noch mit der zertifikatbasierten IPsec-VerschlĂĽsselung.

delprof.exe (User Profile Deletion Utility) löscht Benutzerprofile über das Netzwerk auch auf Remote-Servern.

diskraid.exe (RAID Configuration Tool), diskpart.exe (Partitionierung) und das Snap-in Datenträgerverwaltung für die Microsoft Management Console (MMC) verwalten RAID-Systeme auf Windows Server 2003 über den Dienst VDS (Virtual Disk Service).

dnsdiag.exe (SMTP DNS Diagnostic Tool) prüft, ob interne DNS-Server externe Domainnamen auflösen können. Dazu öffnet man auf dem Mail-Server eine Befehlszeile und ruft das Tool beispielsweise so auf: dnsdiag contoso.com –s 172.16.1.1 –v 1. contoso.com ist hier die externe Domain, 172.16.1.1 die IP-Adresse des DNS-Servers und 1 die Instanznummer des virtuellen [# 447SMTP]-Servers, wenn der Test auf einem Exchange Server 2003 läuft. Anschließend nennt dnsdiag die MX-Ressource (Mail Exchanger), wenn der DNS korrekt konfiguriert ist.

dumpfsmos.cmd gibt Informationen über alle FSMO-Rollen der Domäne aus.

fcopy.exe (File Copy Utility for Message Queuing) versucht, Dateien von defekten Datenträgern oder über fehlerhafte Netzwerkverbindungen mit möglichst geringen Verlusten zu kopieren. Unlesbare Teile füllt fcopy mit Nullbytes auf. Damit kann man vor allem Audio- oder Videodateien von beschädigten CDs oder DVDs retten, weil es dabei nicht auf jedes Byte ankommt. Während des Kopierens protokolliert das Tool alle fehlerhaften Datei-Teile in einem Logfile.

Mit ifmember.exe (User Membership Tool) können Anmeldeskripten bestimmte Aktionen auf Basis der Gruppenmitgliedschaft von Anwendern durchführen. Ruft man ifmember mit einem Gruppennamen auf, gibt es einen Fehlercode zurück, anhand dessen das Skript eine Sprungmarke ansteuert. Das Tool war schon bei Windows NT 4.0 beliebt und leistet auch noch unter Server 2003/2008 gute Dienste.

lockoutstatus.exe (Account Lockout Status) untersucht Domänen auf gesperrte Benutzerkonten und zeigt diese grafisch an.

logtime.exe protokolliert Start und Ende einer Batchdatei.

now.exe gibt die aktuelle Uhrzeit und Datum aus, was zum Beispiel in Skripten nĂĽtzlich wird, um Informationen zu dokumentieren.

ntrights.exe steuert Benutzerrechte per Befehlszeile lokal und ĂĽber das Netzwerk.

oh.exe (Open Handles) listet alle offenen Handles und damit offene Dateien. Es deckt auf, welche Handles noch gesperrt sind, etwa für Löschvorgänge nicht mehr benötigter, aber noch in Benutzung befindlicher Dateien.

permcopy.exe (Share Permissions Copy) überträgt Berechtigungen von einem Ordner auf einen anderen.

printdriverinfo.exe zeigt Informationen ĂĽber die installierten Druckertreiber an.

regini.exe (Registry Change by Script) ist ein Registry Tool wie regedit, kann aber zusätzlich Rechte skriptbasiert über die Befehlszeile ändern.

sleep.exe kommt häufig in Batchdateien zum Einsatz, um deren Ausführung für eine kurze Frist anzuhalten, etwa um Statusmeldungen in der Befehlszeile lesbar anzuzeigen.

timeit.exe erfasst die Zeit zwischen Start und Beenden eines Programms mit Millisekundenauflösung. Außerdem verrät es die Anzahl von Systemaufrufen, Kontextwechseln und ein paar weitere statistische Informationen.