Telefonbetrug erkennen und Täuschung vermeiden: So schützen Sie sich
Seite 9: Präventive Maßnahmen gegen Telefon-Abzocke
Mit verschiedenen Maßnahmen können Sie sich vor Telefonbetrug schützen. Die hier genannten technischen Maßnahmen können helfen, aber am wichtigsten bleibt stets ein gesundes Misstrauen gegenüber Anrufern.
Sie können auch die Nummer eines unbekannten Anrufers in eine Suchmaschine eingeben. Einschlägig bekannte Telefonnummern sind oftmals auf Spamlisten zu finden. Samsung bietet in seinen Mobiltelefonen zudem Smart Call an. Damit wird ein Warnhinweis auf dem Display angezeigt, wenn es sich um eine bekannte Spam- oder Fake-Anrufnummer handelt. Sie aktivieren diese Funktion, indem Sie in der Telefon-App auf dem Display rechts oben neben der Lupe auf die drei Punkte klicken. In dem aufgeklappten Untermenü klicken Sie auf Einstellungen. In den nun geöffneten Anrufeinstellungen aktivieren Sie "Anrufer-ID und Spam-Schutz". Über den gleichen Regler können Sie den Dienst auch wieder deaktivieren. Das hilft natürlich nur bei Nummern, die bereits einschlägig bekannt sind.
Achten Sie auch darauf, nicht an dubiosen Gewinnspielen teilzunehmen. Es ist möglich, dass sie nur dafür geschaffen wurden, um genau solche Kontaktdaten abzugreifen. Die Grenzen zwischen dreisten Werbe- und kriminellen Anrufen sind fließend.
Wenn Sie bereits verdächtige Anrufe erhalten haben, empfiehlt es sich die Rufnummern zu blockieren. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie bei heise Tipps&Tricks für iOS- sowie für Android-Smartphones.
Im Router lassen sich ebenfalls Nummern blockieren. In der Fritzbox sperren Sie verdächtige Nummern in den Einstellungen sperren. Rufen Sie dazu in der Übersicht das Menü "Telefonie" auf. Dort navigieren Sie über "Rufbehandlung" und "Rufsperren für ankommende Anrufe" zu "Rufnummer hinzufügen". Auf die gleiche Art und Weise sperren Sie Vorwahlen aus, etwa die, vor denen die Bundesnetzagentur warnt: Dazu klicken Sie auf "Bereich hinzufügen" und geben die Vorwahlen ein. Diese Rufnummern werden dann nicht mehr als Anruf angenommen.
In Speedport-Routern finden Sie die Einstellung im Telekom-Kundencenter-Portal. Darin loggen Sie sich ein und wählen Ihre Rufnummer aus. Im Unterpunkt "Erreichbarkeit" / "Anrufer blockieren" fügen Sie die "individuelle Rufnummer" hinzu, die blockiert werden soll. Der Eintrag ist in der Negativliste zu sehen.
Es ist schwer zu ermitteln, woher die Betrüger die Telefonnummern ihrer Opfer beziehen. Die Polizei vermutet, dass sie neben aus Zufallsgeneratoren erzeugte Nummern auch gezielt im Telefonbuch nach älter klingenden Vornamen suchen. Dem können Sie vorbeugen, indem Sie entsprechend den Eintrag in den Telefonbuch-Verzeichnissen ändern und statt des Vornamens nur noch den ersten Buchstaben eintragen. Bei "Das Örtliche" ist dies auf den Privatsphäre-Seiten möglich. Die Telekom bietet für ihr Telefonbuch ebenjene Änderungsmöglichkeit im Kundencenter an.
Am wichtigsten ist bei der Abwehr solcher Anrufe der gesunde Menschenverstand. Achten Sie kritisch auf jeden Anruf. Wenn der Anrufer wilde Geschichten erzählt, die Lage binnen Minuten existenziell zu sein scheint und Sie unter Druck gesetzt werden, Geld oder Wertgegenstände zu überlassen, dann lassen Sie sich auf keinen Fall darauf ein. Holen Sie sich im Zweifel unbedingt Drittmeinungen von Vertrauenspersonen ein. Die Nummer auf dem Display ist ebenfalls keinerlei Beweis für die Echtheit, denn sie ist vom Anrufer durch Call-ID-Spoofing jederzeit problemlos zu fälschen.
Kontaktieren Sie bei Ping-Anrufen Ihren Telefon-Anbieter. Insbesondere dann, wenn ein teurer Anrufposten in Ihrer Telefonrechnung auftaucht.
Seien Sie sich im Klaren darüber, dass am anderen Ende ein Call-Center-Agent sitzt, der psychologisch geschult ist, und das Opfer mit vielen Taktiken in der Gesprächsführung unter Druck setzen kann. Auch sind die im Artikel genannten Szenarien nur beispielhaft. Die Betrüger finden immer neue Geschichten, um potenzielle Opfer zu täuschen.
Besprechen Sie die Betrugsmaschen unbedingt mit Ihren Verwandten. Insbesondere diejenigen, die nicht computeraffin sind, sollten Sie unbedingt warnen, denn sie können besonders leicht auf solche Anrufe hereinfallen. Sagen Sie ihnen klipp und klar, dass es skrupellose und professionelle Betrüger sind, die nicht davor zurückschrecken, das Opfer mit Drohkulissen in Panik zu versetzen, um an Geld oder Wertsachen zu gelangen. Bieten Sie sich als Vertrauensperson an, an den sich Ihr Angehöriger wenden kann, wenn sie einen derartigen Anruf zu erhalten scheint.
Die Masche ist weltweit erfolgreich und kann jeden treffen. Und aus Scham trauen sich viele Opfer nicht, zur Polizei zu gehen und betrügerische Anrufe anzuzeigen. Nur wenn die Polizei eingeschaltet wird, können solche kriminellen Machenschaften eingedämmt werden. Daher zeigen Sie den Schaden auch an, oder animieren Sie das vom Betrug betroffene Opfer dazu.
Telefon-Betrug über Gewinnspiele ergänzt
(mawi)