AMD-Grafikkarte Radeon RX 6800 XT im Test: der GeForce RTX 3080 ebenbĂĽrtig
Seite 2: Neues Testsystem mit Ryzen 9 5900X
Ăśbrigens verwendet c't ab sofort ein neues System zum Testen von Grafikkarten: Als HerzstĂĽck dient AMDs Ryzen 9 5900X auf einem X570-Mainboard mit 32 GByte DDR4-3600-RAM (CL16-Latenzen). Der 12-Kerner stellt den derzeit schnellsten Gaming-Prozessor dar und sollte Highend-Grafikkarten kaum bis gar nicht limitieren. Zudem beherrscht die AM4-Plattform PCI Express 4.0 zur Anbindung der GPUs.
Auf den Einsatz von Smart Access Memory (SAM) haben wir verzichtet. Dabei kann eine Ryzen-5000-CPU via PCIe 4.0 Daten aus dem Grafikspeicher lesen, um die Bildrate zu erhöhen. Das Ganze ist Teil der PCI-Express-Spezifikation, bloß setzt AMD die Funktion als erster ein und beschränkt sie vorerst willkürlich auf Ryzen 5000. Nvidia arbeitet bereits an einem Treiber, der diese Funktion ebenfalls freischalten soll. In selbsterstellten Benchmarks ermittelte AMD fps-Vorteile von 1 bis 15 Prozent mit SAM, wobei zweistellige Prozentverbesserungen die Ausnahme darstellen – meistens bewegt sich der Vorteil im niedrigeren einstelligen Prozentbereich.
(Bild:Â c't)
Leise Referenzmodelle
Die Referenzmodelle der Radeon RX 6800 XT und Radeon RX 6800 sind AMD erfreulich gut gelungen. Beide Grafikkarten erreichen unter Volllast knapp 1,3 Sone – man kann sie im Betrieb zwar aus einem Gehäuse heraushören, sie stören aber nicht übermäßig. Keine andere luftgekühlte Eigenversion von AMD war bisher so leise. Dabei bewegen sich die Grafikkarten stets im Rahmen ihrer angegebenen Powerlimits: 300 Watt bei der Radeon RX 6800 XT und 250 Watt bei der Radeon RX 6800.
Im Leerlauf schalten sich die LĂĽfter komplett aus, sodass die Grafikkarten etwa beim Browsen lautlos arbeiten. Beide Modelle nehmen dort selbst mit zwei angeschlossenen Monitoren (Ultra- + Full HD) nicht mehr als 13 Watt auf. Vorteil fĂĽr die 6000er-Serie verglichen mit frĂĽheren Liquid-Cooled-Editionen, die auf Kompakt-WasserkĂĽhlungen setzten: Die Modelle kommen ohne Pumpe daher, die Vibrationen verursacht.
| Modell | RX 6800 XT | RX 6800 | RX 5700 XT |
| GPU | Navi 21 | Navi 21 | Navi 10 |
| Compute Units | 72 | 60 | 40 |
| Shader-Kerne | 4608 | 3840 | 2560 |
| Game- / max. Boost | 2015 / 2250 MHz | 1815 / 2105 MHz | 1755 / 1905 MHz |
| Rechenleistung (FP32) | 18,6 TFlops | 13,9 TFlops | 9,8 TFlops |
| Grafikspeicher | 16 GByte GDDR6 | 16 GByte GDDR6 | 8 GByte GDDR6 |
| Ăśbertragungsrate | 512 GByte/s | 512 GByte/s | 448 GByte/s |
| Total Board Power | 300 Watt | 250 Watt | 225 Watt |
| Preis | 650 Euro | 580 Euro | ab 380 Euro |
Fazit
Sowohl die Radeon RX 6800 XT als auch die Radeon RX 6800 stellen gelungene Grafikkarten dar. AMD hält das eigene Versprechen, wieder in der Oberklasse mitzumischen: Die Radeon RX 6800 XT nimmt es mit der GeForce RTX 3080 auf. Selbst wenn das kommende 6900-XT-Topmodell nicht ganz die Leistung der GeForce RTX 3090 erreichen sollte, ist der Sprung von früheren Generationen erfreulich.
Ebenso positiv hervorzuheben ist der konsequente Einsatz von 16 GByte Grafikspeicher, wo Nvidia nur 8 und 10 GByte verbaut – das sollte selbst der Radeon RX 6800 eine hohe Lebenserwartung bescheren. Aufgrund der geringen Preisdifferenz zwischen RX 6800 XT und RX 6800 hat die XT-Version das (etwas) besser Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer noch eine RX Vega 64 oder RX Vega 56 aus AMDs vorletzterer Generation besitzt, verdoppelt die Bildrate mit "Big Navi" in vielen Spielen – die 6800er-Modelle sind da eine attraktive Aufrüstoption.
Erstmals müssen wir zudem nicht vor AMDs luftgekühlten Referenzdesigns warnen. Waren frühere Versionen störend laut, sind die Neulinge angenehm leise. Potenziell noch leisere Herstellerkarten, etwa Sapphires Nitro-Versionen, sollten in Kürze erscheinen.
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[Update:] Raytracing-Benchmarks zu "Metro Exodus" korrigiert. (mma)