Objektiv-Test: Canon EF-M 55-200mm 1:4.5-6.3 IS STM
Seite 2: Messungen und Bildkritik
Messungen
Auflösung
Schon im Labor zeigt sich die nur mittelmäßige Qualität. Mittig erreicht das EF-M 55-200mm in allen Zoomstellungen eine Auflösung von rund 1400 Liniepaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh). Das entspricht 84 Prozent der maximal erreichbaren Sensorauflösung von 1700 Lp/Bh. Zum Vergleich: Mit dem Standard-Zoom EF-M 18-55mm waren es 1600 Lp/Bh. Zu den Rändern verringert sich die Auflösung weiter auf rund 1350 Lp/Bh bei 55 Millimeter Brennweite und auf 1280 Lp/Bh in Richtung Tele. Ab Blende f/11 lässt die Schärfe noch einmal kontinuierlich nach. Auch der Detailkontrast schwächelt dann merklich, wie man auch in der Bilderstrecke mit den Detailausschnitten der c't-Testszene erkennt.
Canon EF-M 55-200mm 1:4.5-6.3 IS STM (13 Bilder)

Canon EF-M 55-200mm Blendenreihen
Bildfehler
Verzeichnung und chromatische Aberration sind vernachlässigbar. Wir ermittelten Farbfehler von 0,4 Pixeln bei 55 Millimetern und Offenblende bis maximal 0,8 Pixel im Telebereich. Leichte Farbsäume sind zwar erkennbar, stören aber auch noch nicht.
Die Verzeichnungen bewegen sich je nach Zoomstufe zwischen -0,4 und 0,6 Prozent und sind damit ebenfalls vernachlässigbar. Zum Vergleich die Verzeichnungen des EF-M 18-55mm lagen mit etwa 0,1 Prozent noch besser.
Auslöseverzögerung
Zusammen mit der EOS-M entstehen bei 55 Millimeter Brennweite Auslöseverzögerungen von etwa 1,1 Sekunden, im Telebereich bei 200 Millimetern erhöhen sich die Werte auf etwa 1,4 Sekunden. Das ist Kompaktkameraniveau und bei heutigen Systemkameras nicht mehr akzeptabel. Aber auch mit dem Standardzoom erzielte die Kamera keine besseren Werte. Da ist auf jeden Fall noch viel Spielraum für die kommende EOS-M-Generation.
Bildkritik
Canon EF-M 55-200mm Beispielbilder (22 Bilder)

Canon EF-M 55-200mm Hamburger Hafen
(Bild: Peter Nonhoff-Arps)
Bei gutem Licht und bei kürzeren Brennweiten erhält man mit dem EF-M 55-200mm knackige und kontrastreiche Aufnahmen, die auch in den Details genügend Auflösung bieten. Zumindest lassen die Aufnahmen eine gewisse Nachschärfung in der Bildbearbeitung zu, ohne unnatürliche Artefakte zu produzieren. Jedoch reicht die Optik nicht, um auch bei ausgefahrenem Tele bis in die Ecken knackscharfe Bilder zu liefern. Um chromatische Aberrationen oder störende Verzerrungen braucht sich der Fotograf keine großen Sorgen zu machen. Selbst in den Ecken halten sich derartige Fehler noch im akzeptablen Rahmen. Feine kontrastreiche Strukturen weisen nur geringfügige Farbsäume auf. Die Optik neigt zu Vignettierungen, die vor allem bei klarem Himmel auffallen sich jedoch per Objektivkorrektur in der Kamera mindern lassen.