R-Studio fand als eines von nur zwei Programmen im Test auf dem formatierten FAT-Laufwerk sämtliche Dateisystemeinträge wieder.
R-Studio
Laut Hersteller unterstützt R-Studio als einziges der getesteten Programme neben NTFS und FAT auch das unter Linux verbreitete Dateisystem ext3, das Mac-Format HFS und das von einigen BSD-Unix-Varianten verwendete UFS. Zudem bietet das Programm Hilfe an, um Festplatten zu analysieren, die in einem Soft- oder Hardware-RAID (auch 0 und 5) zusammengefasst waren. Dabei kann man Parameter wie die Blockgröße und -abfolge einstellen, um die verknüpften Festplatten lesbar zu machen.
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Die komplexe Bedienoberfläche bietet viele nützliche Funktionen. Per Rechtklick auf eine Festplatte kann man vollständige Image-Dateien erstellen, die auch die unbelegten Sektoren enthalten und die man anschließend statt der Original-Platte mit R-Studio analysieren kann. Der Hersteller bietet zudem eine Boot-CD an, die solche Images erstellt. Mit dem Netzwerk-Modus lassen sich Platten aus der Ferne analysieren. Auf der R-Studio-Homepage steht ein kostenloses Zusatzmodul zum Download bereit, das die Dateivorschau um viele weitere Formate erweitert.
Getestet haben wir nur die Windows-Formate auf herkömmlich eingerichteten Platten. Die Undelete- und Format-Tests bestand R-Studio mit Bravour. Allerdings konnte das Programm von unserem Testlaufwerk nur 14 Dateien aus den Rohdaten rekonstruieren. PDFs, Photoshop- und Powerpoint-Dateien ließen sich gar nicht retten. Der Hersteller hat unsere Ergebnisse bestätigt und verspricht, hier nachzubessern.
Die Undelete-Funktionen der GetDataBack-Programme konnten ĂĽberzeugen. Der Rohdatenscanner liefert allerdings nur Signaturen fĂĽr neun Dateitypen mit.
GetDataBack
GetDataBack bietet der Hersteller Runtime Software in zwei Versionen an, die jeweils nur NTFS- oder nur FAT-Laufwerke analysieren. Den Undelete- und den Format-Test absolvierten die Produkte fehlerfrei. Die FAT-Variante entdeckte sogar auf Anhieb alle gesuchten 46 Dateien, trotz des fragmentierten Verzeichniseintrages -- was im Testfeld nur noch R-Studio gelang. Die Programme können auch Rohdaten durchsuchen, liefern allerdings nur Signaturen für neun Dateitypen mit. Weitere kann man selbst in der Datei gdbt.ini eintragen.
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Wer die Datenstrukturen der Dateisysteme tiefer analysieren möchte, kann die praktischen Disk Explorer aus gleichem Hause einbinden. So kann man von einer mit GetDataBack gefundenen Datei im Disk Explorer gleich zu ihrem MFT-Eintrag springen.
Fazit
Unsere Tests zeigen, dass man fĂĽr eine taugliche Datenrettungssoftware nicht unbedingt Geld ausgeben muss. Schon Recuva und Photorec erzielen gute Ergebnisse und sind gut geeignet, um etwa Bilder von einer versehentlich formatierten Speicherkarte wiederzubeschaffen.
Ăśbersichtstabelle mit Bewertungen
Die teureren Kandidaten bieten leistungsfähigere Undelete-Funktionen und manche erkennen beim Rohdatenscan auch exotischere Dateiformate. Hier sticht besonders RecoverMyFiles hervor, das fast alle Dateien von unserem Testlaufwerk retten konnte.
Aber auch von den besseren Kandidaten darf man keine Wunder erwarten: Mit unseren Testfällen haben wir ideale Bedingungen nachgebildet. Die Dateisysteme waren frisch eingerichtet und die Dateien nicht fragmentiert. Auf Laufwerken, mit denen bereits viel gearbeitet wurde, sind die Rettungschancen in der Regel wesentlich schlechter. Aufgrund des Dateisystem-Aufbaus hat man prinzipiell beim (für Speicherkarten nicht verwendeten) NTFS bessere Karten, eine gelöschte, fragmentierte Datei wiederzuerlangen, als bei FAT32. (cm)