Freitag: OpenAI mit ungebremstem Wachstum, Laser ersetzt ausgefallene Glasfaser
OpenAI mit Nutzerrekorden + Drohnen als Glasfaser-Ersatz + Telekom ohne Starlink + Ende fĂĽr AWS Chime + Porno-Webseiten weniger gefragt + Datenschutz-Podcast
(Bild: metamorworks/Shutterstock.com)
OpenAI verzeichnet offenbar ein weiterhin ungebremstes Wachstum. Die Zahl der wöchentlichen KI-Nutzer ist laut Firmenangaben seit Dezember um ein Drittel auf nun 400 Millionen gestiegen. Zudem zählt das KI-Unternehmen jetzt 2 Millionen Firmenabonnements. Dies hat sich innerhalb eines halben Jahres mehr als verdoppelt. Derweil möchte Vodafone mittels Flugdrohnen kurzfristige Glasfaser-Lücken überbrücken, wenn etwa Bauarbeiten Leitungen zu Mobilfunksendeanlagen beschädigen. Laser aus dem Google-Konzern helfen dabei. Denn die Drohnen Vodafones sind mit Laser-Terminals der Alphabet-Tochter Taara ausgestattet. Um Mobilfunk geht es auch bei einem anderen Netzbetreiber. Die Deutsche Telekom überlässt die prestigeträchtige Mobilfunkversorgung per Starlink vorerst ihrer T-Mobile-Tochter in den USA. In Europa steht Starlink bislang nicht zur Debatte, denn die Mobilfunkabdeckung ist aufgrund der Vielzahl der Länder und Regulierungen zu fragmentiert – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Größere Konkurrenz von etwa DeepSeek und ein externes Übernahmeangebot von Elon Musk haben das Wachstum von OpenAI nicht beeinträchtigt – im Gegenteil. Nach eigenen Angaben zählt das KI-Unternehmen seit Dezember 33 Prozent mehr Personen, die Dienste wie ChatGPT mindestens einmal pro Woche nutzen. 400 Millionen sind es jetzt. Daneben hat sich die Zahl der Firmenkunden mit zahlungspflichtigen Abonnements in den letzten fünf Monaten fast verdoppelt, auf zuletzt 2 Millionen. Zudem verzeichnet das Unternehmen deutlich mehr Zugriffe von Entwicklern, die die KI in eigene Software integrieren. Dieser Teil des Geschäfts hat sich demnach ebenfalls verdoppelt und beim Reasoning-Modell o3 laut Lightcap sogar verfünffacht: OpenAI zählt mehr als 400 Millionen Nutzer und verdoppelt zahlende Firmenkunden.
Immer wieder werden Glasfaserleitungen beschädigt, meist durch unbedachte Bauarbeiten, aber auch Muren, Feuer und Erdbeben können die Lichtleiter zerstören. Führt die Glasfaser zu einer Mobilfunksendestation, geht diese offline. Allein Vodafone hat damit in Europa alle drei bis fünf Tage zu kämpfen. Abhilfe sollen in manchen Fällen Laser-bestückte Flugdrohnen verschaffen, die der Netzbetreiber auf dem MWC im März in Barcelona zeigen wird. In Bodennähe funktionieren Laserlinks für Datenübertragung schon lange und bieten eine Zuverlässigkeit von rund 99 Prozent. Vodafone hebt die Laserverbindung nun in die Luft. Bei einem Pilotprojekt wurden zwei Flugdrohnen mit Laser-Terminals der Alphabet-Tochter Taara genutzt: Vodafone zeigt Flugdrohne als Glasfaser-Pflaster.
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Ein anderer Netzbetreiber hat seine Strategie zur Mobilfunkabdeckung unversorgter Gebiete vorgestellt. Die Deutsche Telekom möchte in Europa die Smartphones ihrer Kunden derzeit nicht über Starlink-Satelliten an ihr irdisches Netz ankoppeln, sondern denkt über andere Wege nach. Das kommt für viele Kunden vermutlich unerwartet, denn eigentlich führt an modernen Satelliten kein Weg vorbei, wenn es darum geht, Smartphones, die sich gerade in Funklöchern befinden, an irdische Mobilfunknetze anzukoppeln. Doch in Europa ist es aufgrund der Vielzahl der Länder mit unterschiedlichen Mobilfunkfrequenzen und Funkregulierungen nicht so einfach mit der Smartphone-Versorgung aus der Luft: Deutsche Telekom wartet nicht auf Starlink.
AWS Chime macht dicht. Der Dienst für Unified Communications (UCaaS) in Unternehmen nimmt ab sofort keine neuen Kunden mehr an. Bestandskunden können Chime noch ein Jahr lang nutzen, sind aber eingeladen, zu anderen Diensten umzusiedeln. Mit Chime genutzte Telefonnummern müssen zu anderen Netzbetreibern portiert werden, sollen sie nicht verloren gehen. Chime wird Chats, Videokonferenzen samt Übertragung von Bildschirminhalten und Businesstelefonie geboten haben. Amazon.com hat Chime 2017 auf den Markt gebracht, in Konkurrenz zu damals etablierten Diensten wie Microsofts Skype for Business, Cisco Webex und Google Hangouts. Doch waren diverse Leistungsmerkmale Chimes nur in Nordamerika verfügbar, was den Erfolg zumindest nicht beflügelt hat: Amazon sperrt AWS Chime zu.
Auffälliger Nutzerschwund bei den vier größten europäischen Porno-Webseiten: XNXX, XVideos, Pornhub und Stripchat geben in ihre neuen, mit dem Digital Services Act für sie verpflichtend gewordenen Transparenzberichten deutlich weniger Nutzer an als im Halbjahr zuvor. Demnach würde nur noch XNXX als sehr große Online-Plattform (VLOP) im Sinne der Verordnung gelten. Diese müssen besondere Sorgfaltspflichten einhalten. Besonders starken Nutzerrückgang meldet XVideos. Für August 2024 gab die Plattform noch durchschnittlich 84 Millionen Nutzer in der EU an. Ein Jahr davor waren es noch 150 Millionen. Für Februar 2025 nennt XVideos nur noch 31 Millionen User. Damit gilt dieser Dienst nicht mehr als VLOP im Sinne des Digital Services Act: Nutzerzahlen bei Porno-Plattformen in der EU brechen ein.
Der Beschäftigtendatenschutz in Deutschland kommt nicht voran. Eigentlich sieht eine Öffnungsklausel in der DSGVO vor, dass die EU-Mitgliedsstaaten diesbezüglich mit nationalen Gesetzen das Recht ausgestalten. In Deutschland existiert aber bis dato nur der unspezifische Paragraf 26 BDSG und einige gleichlautende Vorschriften in Landesdatenschutzgesetzen. Die Ampelkoalition hatte sich ein solches in ihr Pflichtenheft für die Legislaturperiode geschrieben, doch mit dem Scheitern der Ampel wanderte ein entsprechender Entwurf direkt in die Tonne. Im c't-Datenschutz-Podcast diskutieren wir die aktuelle Lage, denn EuGH-Urteile verschärfen die Rechtsunsicherheit. Das ist das Thema der Auslegungssache 128: Scherbenhaufen Beschäftigtendatenschutz.
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Auch noch wichtig:
- Um ISO-Abbilder auf USB-Stick zu verfrachten, gibt es einfache Anwendungen. Das Tails-Projekt rät nun von balenaEtcher ab: Tails warnt vor ISO-Schreibprogramm balenaEtcher.
- Teile einer Falcon-9-Rakete sind unkontrolliert auf die Erde gestürzt. Ein Experte ist besorgt über die Häufung der Zwischenfälle bei SpaceX: Trümmer einer Falcon 9 stürzen in Polen ab.
- Der humanoide Roboter Unitree G1 hat ein Update seiner Ganzkörperbewegungssteuerung erhalten. Er bewegt sich noch geschmeidiger und beweist das beim Tanzen: Humanoider Roboter Unitree G1 tanzt so geschmeidig wie ein Mensch.
- Der Elektro-Scrambler des Start-ups "Ateliers Heritage Bike" leistet 4 oder 7 kW und bietet 3,2 oder 4,8 kWh Batteriekapazität. Der Preis ist erstaunlich für dieses Marketing-Vehikel: Elektromotorrad Heritage Spirit Scrambler.
- Seit mindestens 7 Jahren arbeitet Apple an einem eigenen 5G-Modem-Chip, nun erscheint er endlich. Der C1 kostete Milliarden und kommt teilweise aus MĂĽnchen. Branchenexperten bezeichnen das Apple 5G-Modem C1 als "monumentale technische Errungenschaft".
- Amazon will seinen eigenen App Store für Android-Geräte nicht länger betreiben. Darüber installierte Apps bekommen nur noch bis August Updates: Amazon stampft seinen App Store für Android ein.
- Die Tage der DSL-Anschlüsse sind gezählt. Bereits in acht Jahren könnten sie deutschlandweit abgeschaltet und durch Glasfaseranschlüsse ersetzt sein: Wie die DSL-Abschaltung in Deutschland ablaufen wird.
- Bisher hatte die Produzentenfamilie um Barbara Broccoli noch die kreative Kontrolle ĂĽber die James-Bond-Filme, jetzt ziehen sie sich zurĂĽck. Das weckt Hoffnung: Amazon ĂĽbernimmt die Kontrolle ĂĽber James Bond.
- Mit dem iPhone 16e hat Apple eine ganze Reihe von Änderungen in seinem Line-up vorgenommen. Durch Verbesserungen und Weglassungen erfolgt ein Ära-Wechsel: iPhones nur noch groß, mit minimal 128 GByte und ohne Lightning.
- Der VDA schlägt vor, bei der Bilanzierung des Flottengrenzwerts die Neuwagen mit dem höchsten Verbrauch nicht zu berücksichtigen. So sagt der VDA zum Flottenverbrauch: Durstige Pkw nicht berücksichtigen.
- Mit Version 1.0.0 hat die Open-Source-Software FreeCAD zahlreiche neue Funktionen erhalten. Wir stellen einige der zentralen Optimierungen vor: Diese Features machen das CAD-Tool FreeCAD 1.0.0 noch besser.
- Apples neues Einsteiger-iPhone kommt verwirrenderweise ohne die Standardladetechnik. Immerhin kann man sich mit Magnet-Cases behelfen: HĂĽllen rĂĽsten Apple-Feature fĂĽr iPhone 16e ohne MagSafe nach.
- Bevor die jĂĽngsten Messungen einen Einschlag auf der Erde wieder unwahrscheinlicher erscheinen lieĂźen, hat 2024 YRâ‚„ einen Jahrzehntealten Rekord gebrochen. Denn nun liegt das Einschlagsrisiko kurz ĂĽber 3 Prozent: Asteroid 2024 YRâ‚„ ĂĽbertrifft Apophis.
(fds)