Freitag: OpenAI mit ungebremstem Wachstum, Laser ersetzt ausgefallene Glasfaser

OpenAI mit Nutzerrekorden + Drohnen als Glasfaser-Ersatz + Telekom ohne Starlink + Ende fĂĽr AWS Chime + Porno-Webseiten weniger gefragt + Datenschutz-Podcast

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Symbild eines menschlichen Kopfes mit Gehirn und vielen durch Linien dargestellten EinflĂĽssen; Freitag: OpenAI-Nutzerrekord, Vodafone-Drohnen, Starlink-Verzicht, Chime-Aus, Pornoportal-Verluste & Datenschutz-Podcast

(Bild: metamorworks/Shutterstock.com)

Lesezeit: 8 Min.

OpenAI verzeichnet offenbar ein weiterhin ungebremstes Wachstum. Die Zahl der wöchentlichen KI-Nutzer ist laut Firmenangaben seit Dezember um ein Drittel auf nun 400 Millionen gestiegen. Zudem zählt das KI-Unternehmen jetzt 2 Millionen Firmenabonnements. Dies hat sich innerhalb eines halben Jahres mehr als verdoppelt. Derweil möchte Vodafone mittels Flugdrohnen kurzfristige Glasfaser-Lücken überbrücken, wenn etwa Bauarbeiten Leitungen zu Mobilfunksendeanlagen beschädigen. Laser aus dem Google-Konzern helfen dabei. Denn die Drohnen Vodafones sind mit Laser-Terminals der Alphabet-Tochter Taara ausgestattet. Um Mobilfunk geht es auch bei einem anderen Netzbetreiber. Die Deutsche Telekom überlässt die prestigeträchtige Mobilfunkversorgung per Starlink vorerst ihrer T-Mobile-Tochter in den USA. In Europa steht Starlink bislang nicht zur Debatte, denn die Mobilfunkabdeckung ist aufgrund der Vielzahl der Länder und Regulierungen zu fragmentiert – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Größere Konkurrenz von etwa DeepSeek und ein externes Übernahmeangebot von Elon Musk haben das Wachstum von OpenAI nicht beeinträchtigt – im Gegenteil. Nach eigenen Angaben zählt das KI-Unternehmen seit Dezember 33 Prozent mehr Personen, die Dienste wie ChatGPT mindestens einmal pro Woche nutzen. 400 Millionen sind es jetzt. Daneben hat sich die Zahl der Firmenkunden mit zahlungspflichtigen Abonnements in den letzten fünf Monaten fast verdoppelt, auf zuletzt 2 Millionen. Zudem verzeichnet das Unternehmen deutlich mehr Zugriffe von Entwicklern, die die KI in eigene Software integrieren. Dieser Teil des Geschäfts hat sich demnach ebenfalls verdoppelt und beim Reasoning-Modell o3 laut Lightcap sogar verfünffacht: OpenAI zählt mehr als 400 Millionen Nutzer und verdoppelt zahlende Firmenkunden.

Immer wieder werden Glasfaserleitungen beschädigt, meist durch unbedachte Bauarbeiten, aber auch Muren, Feuer und Erdbeben können die Lichtleiter zerstören. Führt die Glasfaser zu einer Mobilfunksendestation, geht diese offline. Allein Vodafone hat damit in Europa alle drei bis fünf Tage zu kämpfen. Abhilfe sollen in manchen Fällen Laser-bestückte Flugdrohnen verschaffen, die der Netzbetreiber auf dem MWC im März in Barcelona zeigen wird. In Bodennähe funktionieren Laserlinks für Datenübertragung schon lange und bieten eine Zuverlässigkeit von rund 99 Prozent. Vodafone hebt die Laserverbindung nun in die Luft. Bei einem Pilotprojekt wurden zwei Flugdrohnen mit Laser-Terminals der Alphabet-Tochter Taara genutzt: Vodafone zeigt Flugdrohne als Glasfaser-Pflaster.

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Ein anderer Netzbetreiber hat seine Strategie zur Mobilfunkabdeckung unversorgter Gebiete vorgestellt. Die Deutsche Telekom möchte in Europa die Smartphones ihrer Kunden derzeit nicht über Starlink-Satelliten an ihr irdisches Netz ankoppeln, sondern denkt über andere Wege nach. Das kommt für viele Kunden vermutlich unerwartet, denn eigentlich führt an modernen Satelliten kein Weg vorbei, wenn es darum geht, Smartphones, die sich gerade in Funklöchern befinden, an irdische Mobilfunknetze anzukoppeln. Doch in Europa ist es aufgrund der Vielzahl der Länder mit unterschiedlichen Mobilfunkfrequenzen und Funkregulierungen nicht so einfach mit der Smartphone-Versorgung aus der Luft: Deutsche Telekom wartet nicht auf Starlink.

AWS Chime macht dicht. Der Dienst für Unified Communications (UCaaS) in Unternehmen nimmt ab sofort keine neuen Kunden mehr an. Bestandskunden können Chime noch ein Jahr lang nutzen, sind aber eingeladen, zu anderen Diensten umzusiedeln. Mit Chime genutzte Telefonnummern müssen zu anderen Netzbetreibern portiert werden, sollen sie nicht verloren gehen. Chime wird Chats, Videokonferenzen samt Übertragung von Bildschirminhalten und Businesstelefonie geboten haben. Amazon.com hat Chime 2017 auf den Markt gebracht, in Konkurrenz zu damals etablierten Diensten wie Microsofts Skype for Business, Cisco Webex und Google Hangouts. Doch waren diverse Leistungsmerkmale Chimes nur in Nordamerika verfügbar, was den Erfolg zumindest nicht beflügelt hat: Amazon sperrt AWS Chime zu.

Auffälliger Nutzerschwund bei den vier größten europäischen Porno-Webseiten: XNXX, XVideos, Pornhub und Stripchat geben in ihre neuen, mit dem Digital Services Act für sie verpflichtend gewordenen Transparenzberichten deutlich weniger Nutzer an als im Halbjahr zuvor. Demnach würde nur noch XNXX als sehr große Online-Plattform (VLOP) im Sinne der Verordnung gelten. Diese müssen besondere Sorgfaltspflichten einhalten. Besonders starken Nutzerrückgang meldet XVideos. Für August 2024 gab die Plattform noch durchschnittlich 84 Millionen Nutzer in der EU an. Ein Jahr davor waren es noch 150 Millionen. Für Februar 2025 nennt XVideos nur noch 31 Millionen User. Damit gilt dieser Dienst nicht mehr als VLOP im Sinne des Digital Services Act: Nutzerzahlen bei Porno-Plattformen in der EU brechen ein.

Der Beschäftigtendatenschutz in Deutschland kommt nicht voran. Eigentlich sieht eine Öffnungsklausel in der DSGVO vor, dass die EU-Mitgliedsstaaten diesbezüglich mit nationalen Gesetzen das Recht ausgestalten. In Deutschland existiert aber bis dato nur der unspezifische Paragraf 26 BDSG und einige gleichlautende Vorschriften in Landesdatenschutzgesetzen. Die Ampelkoalition hatte sich ein solches in ihr Pflichtenheft für die Legislaturperiode geschrieben, doch mit dem Scheitern der Ampel wanderte ein entsprechender Entwurf direkt in die Tonne. Im c't-Datenschutz-Podcast diskutieren wir die aktuelle Lage, denn EuGH-Urteile verschärfen die Rechtsunsicherheit. Das ist das Thema der Auslegungssache 128: Scherbenhaufen Beschäftigtendatenschutz.

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(fds)