Auftragsfertiger Foxconn könnte bald Elektroautos für Mitsubishi bauen
Foxconn plant seit Jahren, neben Elektronik auch Elektroautos im Auftrag herzustellen. Jetzt stehen Verhandlungen mit Mitsubishi wohl kurz vor dem Abschluss.
(Bild: heise online/vbr)
Der taiwanische Auftragsfertiger Foxconn und der japanische Automobilhersteller Mitsubishi Motors stehen kurz vor einer Kooperation über die Produktion von Elektroautos. Wie verschiedene Quellen aus Asien berichten, soll Foxconn E-Autos im Auftrag herstellen, die unter der japanischen Marke auf den Markt kommen. Mitsubishi will damit Produktionskosten einsparen, während Foxconn durch die Zusammenarbeit mit dem japanischen Konzern in größerem Ausmaß in die Produktion von Elektroautos einsteigen würde.
Foxconn, in Taiwan formell als Hon Hai Precision Industry Co. bekannt, hatte bereits 2021 seinen Einstieg in die E-Auto-Produktion verkündet und dabei Limousine, SUV sowie Bus vorgestellt. Die Produktion der E-Busse und Elektromotoren wurde 2022 aufgenommen, der elektrische Bus namens Model T ist schon auf taiwanischen Straßen im praktischen Einsatz zu sehen. 2024 wollte Foxconn mehr als 10.000 E-SUV ausliefern und versprach ein zweites E-Auto für 2025. Doch als Partner konnte Foxconn bislang lediglich taiwanische Automobilhersteller gewinnen.
Kooperationsverhandlungen über Monate
Das überwiegend als Auftragsfertiger für Apple bekannte Unternehmen könnte durch eine Kooperation mit einem etablierten Automobilhersteller wie Mitsubishi endlich auch Elektroautos in größeren Stückzahlen im Auftrag produzieren. Die Verhandlungen mit dem japanischen Konzern erstrecken sich bereits über mehr als sechs Monate, schreibt die Nachrichtenagentur Nikkei Asia unter Berufung auf ungenannte Quellen.
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Gleichzeitig meldete die japanische Kyodo News, dass eine Ankündigung Mitsubishis über die Zusammenarbeit mit Foxconn frühestens in den nächsten Wochen folgen wird. Welche E-Automodelle Foxconn für Mitsubishi bauen soll, ist bislang nicht festgelegt worden. Mitsubishi wird seine Produktionsstandorte beibehalten, aber mit Foxconn an der Optimierung der Produktionskapazitäten arbeiten, heißt es weiter.
Bislang keine offizielle Bestätigung
Foxconn lehnte eine Stellungnahme dazu ab, aber Mitsubishi erklärte, dass die Informationen nicht vom Automobilhersteller stammen. "Wir werden weiterhin Kooperationsmöglichkeiten mit verschiedenen Partnern prüfen, um nachhaltiges Wachstum zu erzielen", fügte Mitsubishi noch hinzu. Erst im Februar war ein Konzern aus Nissan, Honda und Mitsubishi gescheitert. Die drei Automobilhersteller konnten sich nicht auf eine Kooperation unter einem Dach einigen. Es bleibt allerdings eine strategische Partnerschaft, vor allem beim Elektroauto.
Mit der Produktion von Elektroautos will Foxconn sein Angebot als Auftragsfertiger diversifizieren, ist die taiwanische Firma doch vor allem für die Herstellung von iPhones bekannt. Dafür betreibt Foxconn Fabriken in China, Indien und anderen südostasiatischen Ländern wie Vietnam. Elektroautos sind noch relativ neu für Foxconn, aber Konzernchef Young Liu hatte für 2025 einen Marktanteil von 5 Prozent am weltweiten E-Automarkt angepeilt. Dieses Ziel wird Foxconn allerdings nicht erreichen, wie Liu selbst bereits zugegeben hat. Dies sei aufgrund des verschärftem Wettbewerbs auf einem sich abschwächenden Markt für Elektroautos nicht mehr zu erreichen.
(fds)