Regierungswechsel: Firmen fordern IT-Sicherheit und Umdenken beim Datenschutz

Die neue Bundesregierung schafft erstmals ein Digitalministerium. Davon erhofft sich die deutsche Wirtschaft Veränderungen bei Cybersicherheit und Datenschutz.

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Illustration einer deutschen Flagge auf einem Schaltkreis

(Bild: In Green/Shutterstock.com)

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Die Bekämpfung von Internetkriminalität und die Überprüfung des Datenschutzes sind die wichtigsten Themen deutscher Unternehmen für das neu geschaffene Digitalministerium. Zu dieser Einschätzung kommen jeweils 95 Prozent der Firmen. Auch die Digitalisierung von Schulen ist für sie ein zentrales Anliegen. Das geht aus einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom hervor. Mit dem Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD beschloss die neue Bundesregierung erstmals die Einrichtung eines eigenständigen Digitalministeriums.

Angesichts der sprunghaften US-Politik unter Präsident Donald Trump fordert die deutsche Wirtschaft mehrheitlich eine Stärkung der digitalen Souveränität. Rund 89 Prozent der Unternehmen sprechen sich dafür aus. "Für das neue Digitalministerium ist es gleichermaßen Chance wie Verpflichtung, Deutschland technologisch fit und digital souverän zu machen", sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Weitere bedeutsame Bereiche umfassen für etwa 86 Prozent der deutschen Betriebe die Digitalisierung von Unternehmen, Verwaltung und Gesundheitswesen.

Die digitalpolitischen Maßnahmen seien für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, sowie für die Sicherheit und den Wohlstand der Bundesrepublik entscheidend, meint Wintergerst. Neben Technologien wie Quantencomputern und künstlicher Intelligenz, etwa in der KI-Fabrik Jülich, verweist er auch auf die digitale Infrastruktur. Rund 82 Prozent der deutschen Unternehmen fordern den Ausbau der Kommunikationsnetze. Ebenfalls sehen die Betriebe einen zusätzlichen Bedarf an Digitalkompetenzen in der Gesellschaft.

Von der neuen Bundesregierung fordern mit 99 Prozent nahezu alle Unternehmen, die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland zu stärken. Indes erwarten 85 Prozent der Betriebe, dass die schwarz-rote Koalition die Digitalpolitik zu einem Schwerpunkt erklärt. Knapp drei Viertel der Unternehmen glauben, dass die Regierung aus Union und SPD die Wirtschaft voranbringen könne. Bitkom-Präsident Wintergerst zeigt sich jedoch zurückhaltend. Zwar lobt er die schnelle Einigung auf den Koalitionsvertrag, jedoch müsse sie ihre Handlungsbereitschaft und -fähigkeit in der Digitalpolitik noch unter Beweis stellen.

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Für die Studie befragte Bitkom 602 deutsche Unternehmen aller Branchen ab 20 Beschäftigten. Die Umfrage ist repräsentativ. Zuletzt forderte der Digitalverband von der Bundesregierung, insgesamt 100 Milliarden Euro in einen Digitalpakt zu investieren, darunter jeweils zehn Milliarden Euro für Cloud-Technologien, künstliche Intelligenz und die Halbleiterindustrie. Das Geld soll aus dem Sondervermögen zum Ausbau der Infrastruktur stammen.

(sfe)