Fünf Probleme, die Apple lösen muss: Es sind nicht nur Zölle, App Store und KI

Tim Cook ist 2026 insgesamt 15 Jahre Apple-Chef. Bis zum Jubiläum hat er einige große Aufgaben vor sich. Ein Überblick.

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Tim Cook als Aquarell (Symbolbild)

Gerade weniger malerisch für Tim Cook: Bei Apple brennt es derzeit an vielen Ecken.

(Bild: Erstellt von Mac & i mit ChatGPT 4o)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ziemlich schnell verging diese Zeit: Timothy Donald Cook, geboren am 1. November 1960 in Mobile, Alabama im Süden der USA, wird im August kommenden Jahres insgesamt 15 Jahre CEO von Apple gewesen sein. Übernommen hatte er den Posten im August 2011, als sich Steve Jobs wegen seiner langen Erkrankung zurückzog, der dann bereits am 5. Oktober 2011 verstarb. Cook hatte nie einen einfachen Job, schaffte es aber, Apple ein enormes Wachstum zu verschaffen und zum wertvollsten Unternehmen an den US-Märkten zu machen. Börsenlegende Warren Buffett sagte kürzlich, Cook habe seiner Investmentfirma mehr Geld gemacht als er selbst. Dennoch warten auf Cook bis zu seinem Jubiläum im kommenden Jahr komplexe Problemstellungen. Scheinbar von allen Seiten geht es Apple an seine wichtigsten Geschäftsmodelle – und schuld ist vor allem die veränderte politische Landschaft, aber auch der technische Fortschritt. Ein Überblick der fünf zentralen Probleme, die der Apple-CEO nun angehen muss.

Apple ist seit Jahren in seinem weiterhin stark wachsenden Service-Geschäft unter rechtlichem Druck. Egal, ob in der EU, den USA oder zahlreichen anderen Ländern: Kartellwächter und Wettbewerbshüter finden, dass Apple bei seinen Regelungen für Entwickler überzogen hat. Der Konzern muss etwa alternative App Stores erlauben und seine Plattformen öffnen, teilweise bis ins kleinste Detail. In den USA kam jetzt hinzu, dass die Verkäufe per Web-Link nicht mehr behindert oder mit Provisionen belegt werden dürfen. Ein gefundenes Fressen für Konzerne wie Epic Games oder Spotify, die seit langem darüber klagen, Apple zu viel Geld zahlen zu müssen.

Apple stellte lange Jahre fast alle wichtigen Produkte in China her. Zwar hat der Konzern nach der ersten Trump-Administration damit begonnen, hier zu diversifizieren. Doch die gestarteten US-Strafzölle treffen Apple hart. Sobald entweder Komponenten damit belegt oder die geplanten 145 Prozent wieder aktiviert werden (derzeit ist "Tariff-Pause"), könnte Apple für seine US-Kunden eine größere Preiserhöhungsrunde starten müssen.

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Apples Sprachassistentin Siri wird seit Jahren kritisiert und belächelt. Im Rahmen von Apple Intelligence sollte sich hier viel verbessern. So sollte die Sprachassistentin den Nutzerkontext verstehen, den Bildschirm auslesen können und Aktion en in Apps durchführen. All das wird auf kommendes Jahr – mit Glück kommenden Herbst – verschoben. Damit ist jedoch immer noch nicht geklärt, wie Apple Chatbots Konkurrenz machen möchte: Siri wird auch dann noch schlechter sein als Plauderassistenten wie Google Gemini oder ChatGPT.

Apple macht seit Jahren (viel) gutes Geld mit einem Suchdeal, den man mit Google eingefädelt hatte. Das Unternehmen ist an den Einnahmen für Suchwerbung beteiligt und bekommt so rund 20 Milliarden US-Dollar im Jahr. Das Problem: Im Rahmen einer Großklage des US-Justizministeriums könnte der Vertrag (und ähnliche seiner Art) verboten werden. Darunter leiden würde nicht nur Apple: Auch der Firefox-Mutter Mozilla droht dann die Pleite.

Im Zusammenhang mit dem Umzug der Produktion sowie dem zunehmend aggressiven Handelskrieg zwischen den USA und China wird sich das Geschäft in der Volksrepublik, einst zweitgrößter Markt für Apple nach der Heimat, weiter trüben, glauben Beobachter. Zuletzt schrumpfte der Umsatz deutlicher als von der Wall Street geschätzt.

Wie sich also zeigt, kämpft Apple mit einer ganzen Reihe von Problemen. Teilweise sind sie hausgemacht (KI, zu aggressive App-Store-Regelungen), teilweise kommen sie von Außen (Google-Klage, China). CEO Cook hatte aber in der Vergangenheit regelmäßig gezeigt, wie es ihm gelingt, mit Schwierigkeiten umzugehen. So steht etwa das iPhone vor ganz neuen, spannenden Entwicklungen in den kommenden Jahren – trotz der Tatsache, dass die Technologie bald 20 Jahre auf dem Markt ist.

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(bsc)