Dienstag: Google-Cloud für die Bundeswehr, Kritik an E-Patientenakte

Vertragspartner für Bundeswehr-Cloud + Forderungen von Ärzten + Apple verliert die Kontrolle + Rückrufaktion bei Zoox + Überschallflugzeug kann bestellt werden

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Schulter eines Soldaten der Bundeswehr im gefleckten Tarnanzug mit Schulterklappe und Deutschlandflagge auf dem Oberarm, dazu Text: DIENSTAG Bundeswehr-Cloud, E-Patientenakte, Apple App Store, Zoox & Dawn Mk II Aurora

(Bild: Filmbildfabrik / Shutterstock.com / heise online)

Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Andreas Knobloch

Der US-Konzern Google hat bekannt gegeben, über einen IT-Dienstleister Cloud-Instanzen für die Bundeswehr bereitzustellen. Bis Ende 2027 sollen zwei neue solche Instanzen für die deutschen Streitkräfte entstehen. In Arztpraxen könnte die Digitalisierung die Patientenversorgung verbessern und Ärzte und Praxispersonal entlasten. Doch ein schleppender Digitalausbau und Investitionsstau belasten die Praxen. Ärzte fordern deshalb ein Praxiszukunftsgesetz und eine stabile Infrastruktur. Und Apple verliert wegen strengerer Auflagen seine Kontrolle über den App Store – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Digitale Souveränität ist ein essenzieller Punkt in der IT. Die Bundeswehr verfolgt eine "Cloud-First"-Strategie, wodurch künftige Dienste grundsätzlich in der Cloud bereitstehen sollen. Für deren Aufbau ist die BWI GmbH, IT-Systemhaus und IT-Dienstleister der Bundeswehr, zuständig. Die Bundesgesellschaft hat nun für die "private Cloud der Bundeswehr" einen Vertragspartner gefunden. Google soll bis Ende 2027 zwei neue Cloud-Instanzen aufbauen. Etwaigen Bedenken zur Informations- und Datensicherheit tritt der US-Konzern in einem Blogeintrag entgegen. Bundeswehr setzt auf Google-Cloud

Telemonitoring, Videosprechstunden oder Künstliche Intelligenz – die Digitalisierung des Gesundheitswesens und der Arztpraxen könnte Verbesserungen für die Patientenversorgung bringen und Ärzten und Gesundheitspersonal die Arbeit erleichtern. In der Praxis ist aber nicht selten das Gegenteil der Fall. Investitionsstau und der schleppende Ausbau der Digitalisierung werden zur Belastung. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung fordert daher in einem Positionspapier in Anlehnung an das Krankenhauszukunftsgesetz unter anderem ein Praxiszukunftsgesetz zur Finanzierung der Digitalisierung sowie mehr Datenschutz bei der elektronischen Patientenakte. Kritik an E-Patientenakte: "Abrechnungsdaten gehören nicht auf zentrale Server"

Das App-Store-Geschäftsmodell des US-Konzerns Apple gerät zunehmend unter Druck. Bereits Ende April teilten die Regulierer in der EU mit, dass bestimmte App-Store-Regeln gegen das europäische Gesetz über digitale Märkte, den Digital Markets Act (DMA), verstoßen. Eine Anordnung zwingt Apple nun in der EU dazu, bis Ende Juni umstrittene Regeln für App-Anbieter zu streichen. In den Vereinigten Staaten gab es jüngst ähnliche Auflagen. Apple muss es Anbietern erlauben, mit ihren Kunden "gebührenfrei" zu kommunizieren und diese etwa auf eigene Angebote hinzuweisen. Hohe Provisionen, die dem iPhone-Konzern bislang Milliardenumsätze bescherten, sind damit passé. Kein Linkverbot, keine Provision: Apple verliert Kontrolle über den App Store

Bereits Anfang des Monats hat das zu Amazon gehörende Robotertaxi-Start-up Zoox 270 seiner Robotaxis zurückgerufen, nachdem ein unbesetztes Robotaxi in Las Vegas in einen Unfall mit einem Pkw verwickelt worden war. Ursache war laut Zoox ein Software-Fehler, der dazu führen könnte, dass das autonome Fahrzeug die Bewegung eines anderen Fahrzeugs ungenau vorhersagt. Ein neuerlicher Unfall eines Robotaxis mit einem E-Scooter scheint auf ein ähnliches Problem zurückzuführen zu sein. Und wieder reagiert Zoox mit einem freiwilligen Software-Rückruf für einen Teil seiner Fahrzeugflotte. Auch andere Anbieter sind immer wieder in Kollisionen verwickelt. Amazon-Tochter Zoox: Zweiter Rückruf von Robotaxis innerhalb eines Monats

Von der Form her erinnert das unbemannte Raumflugzeug Dawn Mk II Aurora mit seinem Deltaflügel an die Concorde. Mit nur 4,80 Meter Länge ist es aber deutlich kleiner. Angetrieben wird das Fluggerät von einem Raketentriebwerk. Als erstes ziviles Flugzeug seit dem Aus der Concorde im Jahr 2003 durchbrach Aurora im November 2024 erstmals die Schallmauer und stieg dabei bis auf 25 Kilometer Höhe auf. Möglich soll allerdings ein Aufstieg bis in eine Höhe von 100 Kilometern sein, also bis zur Kármán-Linie, die als Grenze zum Weltraum gilt. Das neuseeländische Luft- und Raumfahrt-Start-up Dawn Aerospace kündigte nun an, Bestellungen für sein Raumflugzeug Aurora anzunehmen. Zum ersten Mal werde ein Fluggerät, das in der Lage sei, den Weltraum zu erreichen, als kommerzielles Produkt für Kunden angeboten, hieß es. Unbemanntes Überschallflugzeug Dawn Mk II Aurora kann bestellt werden

Auch noch wichtig:

  • Ein Last-Minute-Bug hat zu einer Verzögerung geführt, doch nun hat Linus Torvalds den Linux-Kernel 6.15 veröffentlicht. Torvalds gibt Linux 6.15 frei

(akn)