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"Rauchmelder" der Tabaklobby fĂĽr Jugendschutz und gegen illegale E-Zigaretten

Die Tabakindustrie gibt sich zum Weltnichtrauchertag als JugendschĂĽtzer und schafft mit vape-kontrolle.de einen "Rauchmelder" besonderer Art.

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Ein Teenager raucht eine E-Zigarette

(Bild: Sophon Nawit/Shutterstock.com / Bearbeitung heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ausgerechnet zum heutigen Weltnichtrauchertag inszeniert sich die Tabakindustrie als Vorkämpfer für den Jugendschutz. Mit vape-kontrolle.de startet der Branchenverband Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) einen "Rauchmelder" der besonderen Art. Offizielle Ziele: Jugendschutz stärken, illegale E-Zigaretten bekämpfen und dem Staat beim Steuerschutz helfen. Das wirkt schon ein wenig so, als würde der Fuchs im Hühnerstall eine Hotline für mehr Stallschutz einrichten.

BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke erklärt: "Deutschland hat kein Regulierungs-, sondern ein Kontroll- und Durchsetzungsproblem." Darum sollen jetzt die Bürgerinnen und Bürger helfen: Auf der neuen Webseite haben sie die Möglichkeit, Verkaufsstellen zu melden, die E-Zigaretten an Minderjährige verkaufen, oder Händler anzuzeigen, die illegale Produkte vertreiben. Die Meldungen gehen direkt an die Behörden. Gestartet in Berlin und Hamburg, soll der Dienst bald bundesweit ausgerollt werden.

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Das Internet ist voll von heiĂźen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind fĂĽr /dev/null.

Wie groĂź das Problem der illegalen Produkte und der damit verbundene Steuerschaden angeblich ist, untermauert das BVTE-Mitgliedsunternehmen Imperial Brands Reemtsma mit seinem "Schwarzmarkttracker". Allein in diesem Jahr belaufe sich der Steuerschaden demnach auf bisher mindestens 13.806.628 Euro (Stand Mai). Der Hinweis auf diesen Steuerschaden mutet dabei durchaus zynisch an. Denn natĂĽrlich bedeutet jeder Euro an entgangener Steuer auf illegale Produkte fĂĽr die Tabakindustrie potenziell entgangenen Umsatz mit ihren eigenen, legalen und versteuerten Produkten.

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Dass ausgerechnet die Tabakindustrie, deren Geschäftsmodell über Jahrzehnte auch auf der Verharmlosung von Risiken und der Ansprache junger Zielgruppen fußte, nun am Tag des Nichtrauchens als Hilfssheriff in Sachen Jugendschutz-auftritt, hat mehr als nur einen faden Beigeschmack. Es ist nicht die erste Imagekampagne dieser Art, aber der Zeitpunkt und der Fokus sind hier besonders pikant. Man könnte es als klassisches Ablenkungsmanöver sehen, um vom eigenen Kerngeschäft abzulenken und sich ein sauberes Mäntelchen umzuhängen.

Doch hinter der Fassade des selbstlosen Jugendschutzes dürfte handfestes Eigeninteresse stecken. Wer kennt die Tricks und Grauzonen des Marktes, die illegalen Vertriebswege und Machenschaften besser als die Tabakindustrie selbst? Und wer hat ein größeres Interesse daran, den Markt von unkontrollierter, unversteuerter und vor allem konkurrierender illegaler Ware zu "säubern", die den eigenen Absatz schmälert? Natürlich muss man den Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige verhindern und illegale Vapes aufgrund des Risikos von Vergiftungen und Explosionsgefahr bekämpfen, doch vor allem wirkt die aktuelle Aktion wie eines: Marktschutz.

(vza)